Hier spricht ein Facebook-Betrugsopfer - Anzeige erstattet

Neue Betrugsmasche

Mehrere Dortmunder sind in den vergangenen Tagen Opfer von falschen Facebook-Accounts geworden. Sie dachten, sie helfen einem Bekannten - doch stattdessen ermöglichten sie so Betrügern, Geld von ihrem Konto abzubuchen. Auch Dominik Rosenow ist auf diese Masche reingefallen.

DORTMUND

von Von Benedict Wermter

, 17.07.2015, 01:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dominik Rosenows Facebook-Account wurde geknackt. Dadurch kamen die Hacker an die Adressen seiner Freunde und zockten bei ihnen Geld ab.

Dominik Rosenows Facebook-Account wurde geknackt. Dadurch kamen die Hacker an die Adressen seiner Freunde und zockten bei ihnen Geld ab.

Vergangene Woche Dienstag bekam Dominik Rosenow (21) eine ungewöhnliche Nachricht auf Facebook: Ein Freund bittet ihn um Hilfe und fragt nach seiner Handynummer. Die Nummer habe der Freund nicht mehr, schrieb er. Rosenow gab seine Nummer heraus, dann begann die Massen-Abzocke in seinem Freundeskreis.

Wie ein Virus den Wirt nutzten die Täter seinen Facebook-Zugang. Sie erschlichen sich über Rosenows gespeicherte Kontakte die Handynummern von Freunden und versendeten SMS mit Pin-Nummern. Wenn die Freunde antworteten, bekamen sie die Kosten auf ihre Handyvertrags-Rechnung gebucht.

"Das geht mir tierisch auf die Nerven"

„Ich weiß mittlerweile von acht Freunden, die Opfer der Masche geworden sind, bei zwei Freunden ist ein Schaden von über 300 Euro entstanden. Seit der Attacke haben mich etwa 160 Facebook-Freunde angerufen. Ich versuche, jedem zu erklären, was passiert ist. Das geht mir tierisch auf die Nerven“, sagt der 21-Jährige.

Über zehn Freunde hätten ihn zwischenzeitlich angezeigt, er selbst habe Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Wie die Abzocke genau funktioniert, ist selbst Experten ein Rätsel. Die Betrüger knackten wohl irgendwie Rosenows Facebook-Zugang, änderten seine Zugangsdaten und schrieben dann hunderte seiner Freunde auf Facebook an.

Nachricht mit Herzchen

Auch die Freunde fragten die Täter nach ihrer Handy-Nummer – in gebrochenem Deutsch und mit Herzchen untermalt. Wenn Rosenows Freunde geantwortet hatten, bekamen sie später eine Pin-Nummer per SMS auf ihr Handy. Dominik könne nicht mehr auf seinen Zugang zugreifen und bräuchte eine Bestätigung, indem die Freunde mit der Nummer antworteten, schrieben die Betrüger in seinem Namen.

Was Dominik Rosenows Freunde wohl nicht wussten: Der Code war eine Transaktionsnummer für einen Bezahldienst – die Täter konnten so im Internet Video-Spiele einkaufen.

Bei der Polizei ist die Betrugsmasche bekannt. 25 Anzeigen liegen inzwischen vor. Tipps, wie Sie sich vor der dreisten Abzockern schützen können, haben wir an dieser Stelle gesammelt: >>Das rät die Polizei

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