Hier übernachten Touristen in Dortmund

Info-Grafik

Das Appartement für 28 Euro am Tag, die Maisonettewohnung für 25 Euro - oder ein Schlafsofa für 17 Euro? Immer mehr Dortmund-Touristen reicht das. Was den Anteil der Übernachtungen in Privatunterkünften im Vergleich zu den Hotelübernachtungen betrifft, liegt Dortmund recht weit vorne. Unsere Grafik zeigt, auf welchem Platz.

DORTMUND

, 20.04.2016, 12:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Blick auf die Seite eines Online-Anbieters zeigt, viele der privaten Unterkünfte liegen in der City und Nordstadt.

Ein Blick auf die Seite eines Online-Anbieters zeigt, viele der privaten Unterkünfte liegen in der City und Nordstadt.

Die Übernachtungen bundesweit verglichen hat das Immobilinenwickler-Unternehmen GBI AG mit Hauptsitz in Erlangen. Ein Team um Dr. Stefan Brauckmann untersuchte 179 Städte mit mindestens 50.000 Einwohnern und kam für Dortmund zu dem Schluss: Die dauerhafte Vermietung von zurzeit 574 Privat-Unterkünften an Touristen mit 90.700 Übernachtungen im letzten Jahr verschärft die angespannte Lage am Wohnungsmarkt.

Das sieht Tomas Böhm, Leiter des Wohnungsamtes in Dortmund, entspannter. Die Situation vor Ort sei nicht dramatisch, so wie in anderen Städten. Berlin zum Beispiel. In Dortmund gebe es über 319.000 Wohnungen in 94.000 Wohngebäuden. Zu unsachgemäßer Zimmervermietung lägen der Stadt keine Hinweise oder Beschwerden vor, sagt Stadtsprecher Michael Meinders und erinnert an die relativ kleine Zahl von 574 Privat-Unterkünften.

Kleinverdiener, Studenten und Rentner

Thomas Böhm glaubt nicht, dass die an Touristen vermieteten Wohnungen und Zimmer in Konkurrenz stünden zur Wohnungssuche für Flüchtlinge. Gleichwohl gibt er zu, das Thema private Vermietung nicht auf dem Schirm gehabt zu haben: „Man müsste wissen, um welche Wohnungen es sich handelt. Wir haben vor Ort das Problem fehlender preiswerter Mietwohnungen für Kleinverdiener, Studenten und Rentner.“

Berlin ächzt deutlich mehr unter den Privatvermietern. Dort werden 14.393 Privatunterkünfte über Internet-Portale vermarktet, mit über 30 Millionen Übernachtungen. Viel Geld, das der örtlichen Hotellerie verloren geht.

Peanuts im Vergleich zu Berlin

Offiziell erfasst waren für Dortmund im vergangenen Jahr 1.134.632 Übernachtungen. Hinzu kamen, so ergab die Studie von GBI, 90.700 Privatquartier-Übernachtungen. Stefan Brauckmann spricht von einem „Graumarkt-Zuschlag“ von 8 Prozent. Peanuts im Vergleich zu Berlin. Dort sind es über 20 Prozent.

Sigrun Späte, Vize-Chefin von Dortmund-Tourismus, spricht von einem weltweiten Trend, befeuert durchs Internet. Während bei den örtlichen Touristikern nur knapp 100 private Unterkünfte gemeldet sind, entwickle sich der Anbieter-Bereich im weltweiten Netz rasant. Späte spricht von Zeitgeist, vom Trend zum individualisierten Reisen. „Das ist das Versprechen, das die Portale geben“, sagt sie. Fremde Städte mit Familienanschluss zu besuchen sei besonders bei jüngeren Gästen beliebt. 

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