Hinter anhaltender Müdigkeit verbarg sich lebensbedrohliche Krankheit

Klinikum Dortmund

Müdigkeit und Rückenschmerzen. Darüber klagte eine Dortmunderin. Im Krankenhaus entdeckte man die Ursache: Ihre Knochen zersetzten sich. Das Ausmaß der Krankheit war nicht vorher zu sehen.

Dortmund

14.10.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Ärzte- und Chrurgenteam des Klinikums Dortmund hilft Sonja Mika. Sie hatte zunächst über Müdigkeit und Rückenschmerzen geklagt. Hinter den Beschwerden steckt eine lebensbedrohliche Krankheit.

Ein Ärzte- und Chrurgenteam des Klinikums Dortmund hilft Sonja Mika. Sie hatte zunächst über Müdigkeit und Rückenschmerzen geklagt. Hinter den Beschwerden steckt eine lebensbedrohliche Krankheit. © Klinikum Dortmund

Müdigkeit, Erschöpfung, Rücken- und Gelenkschmerzen: Symptome, die Sonja Mika jahrelang für harmlos hielt, wurden mit der Zeit immer schlimmer. Als sie schließlich ins Klinikum Dortmund kam, stand die Diagnose schnell fest: Hyperparathyreoidismus.

Die Nebenschilddrüse war vergrößert und produzierte zu große Mengen eines Hormons. Die Überproduktion des Hormons hat dem Knochen seinen Halt genommen. Es nahm den Knochen das Kalzium. Das Gewebe wurde somit immer weicher, wodurch ein kleiner Stoß zum Bruch der Knochen hätte führen können, schreibt das Klinikum.

Ratlosigkeit und Sprachlosigkeit

„Ich wusste nicht, was mit mir los ist“, sagt Sonja Mika. Ein Team aus mehreren Ärzten und Chirurgen half der Patientin, indem sie die Nebenschilddrüse entfernten. Um die betroffenen weichen Knochen wurde eine Schiene gelegt. Ihrem Kalziumspiegel wurde wieder zum Normwert verholfen.

„Ich war so schnell erschöpft, immer müde und konnte deswegen gar nicht mehr richtig am Familienleben teilnehmen. Oft bin ich sogar vor meinen Kindern ins Bett gegangen“, sagt Mika. Die Schmerzen in den Knochen wurden laut der Patientin mit der Zeit immer schlimmer. Insbesondere am rechten Ellenbogen.

Knochen und Gewebe instabil

In der Klinik kam dann die Ernüchterung: Die Knochenstruktur hatte sich stark verändert. Im Ellenbogen hat sich viel Kalzium abgebaut, so dass auch das Gewebe instabil wurde.

Mit der Entfernung der Nebenschilddrüse sollte zunächst verhindert werden, dass weitere Knochen unter der Erkrankung leiden, so das Klinikum. Um den bereits betroffenen Ellenbogen von Frau Mika zu retten, versorgte Dr. Tim Wemhöner, Oberarzt in der Klinik für Orthopädie, ihn mit einer Platte und füllte den Ellenbogen mit Knochen aus dem Beckenkamm wieder auf, um ihn zu stabilisieren.

Alltag war stark eingeschränkt

„Jetzt erst merke ich, wie gut es mir gehen kann“, sagt Sonja Mika. „Ich war eine ganze Zeit lang einfach nicht ich selbst.“ Sie könne jetzt wieder richtig am Leben teilhaben. Die 45-Jährige wird weiterhin engmaschig betreut. Der Kalziumhaushalt muss im Gleichgewicht bleiben. Ein erneuter niedriger Wert könnte schlimme Folgen haben.

Dass der Kalziumspiegel der Patientin intakt bleibt, ist enorm wichtig, sagt Oberarzt Dr. Robert Taayedi. Der Körper lebt von einem intakten Kalziumwert. Kalzium ist besonders wichtig für die Festigkeit der Zähne und Knochen. Nerven und Muskeln brauchen auch Kalzium, um richtig zu funktionieren.

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