Hörder Moschee eröffnet Anfang Juni

Türkisch-Islamische Gemeinde

Hörde bekommt seine "Blaue Moschee": Am ersten Juni-Wochenende eröffnet die Türkisch-Islamische Gemeinde ihr neues Zentrum an der Straße Grimmelsiepen. Seit fast dreieinhalb Jahren läuft der Bau. Bei einem Besuch von Oberbürgermeister Ullrich Sierau auf der fast fertigen Baustelle wurde nun der Eröffnungstermin verkündet.

HÖRDE

, 25.04.2016, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Gebetsraum (v.l.): Kadir Bülbül, Ali Ince (beide Vorstand Türkisch-Islamische Gemeinde), Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Ogün Arpaci (Gemeindevorsitzender), der evangelische Pfarrer Niels Back und Imam Hanifi Kirici.

Im Gebetsraum (v.l.): Kadir Bülbül, Ali Ince (beide Vorstand Türkisch-Islamische Gemeinde), Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Ogün Arpaci (Gemeindevorsitzender), der evangelische Pfarrer Niels Back und Imam Hanifi Kirici.

Am 4. und 5. Juni wird die Türkische-Islamische Gemeinde mit einem Nachbarschaftsfest offiziell den Betrieb der "Sultan Ahmet Camii" aufnehmen. Die zentrale Feier am 5. Juni fällt nur zufällig mit dem Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan zusammen. Es steigert aber noch einmal den Wert dieses Datums. Denn für die Gemeinde geht ein langer Prozess zu Ende, der um das Jahr 2000 mit den ersten Planungen begann.

Gemeinde beweist Durchhaltevermögen

Ogün Arpaci, Vorsitzender der Gemeinde, sprach mit großer Dankbarkeit über die zurückliegenden Jahre, in denen es immer wieder Rückschläge für das Großprojekt gegeben hatte. „Aber wir haben von Anfang an Rückendeckung gehabt, vor allem durch den Oberbürgermeister. Das ist ein Zeichen von Respekt und Wertschätzung unabhängig von Kultur und Religion.“ Ullrich Sierau gab den Dank zurück und sagte: „Ich bin beeindruckt von ihrem Durchhaltevermögen.“

Die Ankündigung, eine Moschee zu bauen, löste eine sehr grundlegende Debatte aus. Gegner traten mit unterschiedlichen Argumenten auf den Plan. Deshalb gründete sich der „Runde Tisch Grimmelsiepen“ unter Mitwirkung anderer Glaubensrichtungen und vieler Stadtteil-Akteure.

"Runder Tisch" kämpfte gegen Pauschalurteile

„Es gab damals viele Pauschalurteile und einen scharfen Ton gegenüber Menschen, die schon seit Jahrzehnten unter uns leben“, sagte der Wellinghofer Pfarrer Niels Back am Montag. Dagegen habe man etwas unternehmen wollen. Und zwar aus einem „Verfassungspatriotismus“ heraus, der das Recht auf freie Religionsausübung verteidige – auch gegen direkten Protest, etwa durch Rechtsextreme 20014.

Letztlich haben sich die Konflikte von damals aufgelöst. Und der gelungene Dialog mit Kritikern in Hörde gilt als modellhaft für vergleichbare Debatten in ganz Deutschland. Ergebnis dieses Dialogs ist auch die Architektur der Moschee. Mit ungewöhnlich vielen Fenstern soll sie laut der Gemeinde symbolisieren: „Was hier passiert, ist transparent, nicht versteckt.“

Die Türkische-Islamische Gemeinde möchte ihre stärkere Außenwirkung durch das neue Zentrum nutzen, um ein offener Ort für alle Interessierten zu werden. „Wir haben schon gezeigt, dass wir im Stadtteil ein verlässlicher Partner sind. Jetzt haben wir umso mehr den Mut weiterzumachen. Wir wollen mit sozialen und kulturellen Projekten auch Verantwortung übernehmen".

Das Gemeindegrundstück hat eine Fläche von 5298 Quadratmetern. Dabei ist der kleinste Teil (330 Quadratmeter) für die Gebetsräume eingeplant. Eine weitaus größere Fläche nehmen die Veranstaltungsräume für Frauen, Kinder und Jugendliche ein. Das Minarett für den Gebetsruf hat eine Höhe von 23,5 Metern und wird unter bestimmten Lärmschutzauflagen genutzt.

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