Seit einem Jahr ist Andreas Zejfert Leiter des Hoeschparks. Bei einem Rundgang hat Zejfert erzählt, warum ihn der Park so begeistert. Und welche Ecken noch dringend verschwinden müssen.

Nordstadt

, 03.09.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wenn er durch den Hoeschpark geht, sieht man es ihm an: Andreas Zejfert macht seinen Job gern. Seit einem knappen Jahr, seit Anfang Oktober 2018, ist der 41-Jährige der Parkleiter des Geländes.

„Ich komme gern hierhin, arbeite mit den Kollegen, mit den Leuten aus den Vereinen. Oder tausche mich mit dem Freundeskreis Hoeschpark aus. Die Arbeit macht mir Spaß“, sagt Zejfert.

Mit ihm ist an diesem sonnigen Vormittag Dirk Reil im Park unterwegs, stellvertretender Geschäftsführer der städtischen Sport- und Freizeitbetriebe. „Wir sind als Eigentümer froh, dass wir ihn für diese Stelle gewinnen konnten“, sagt der 53-Jährige. „Er hat etliche Projekte angestoßen.“

Slackline & Tennis: Hoeschparkleiter Andreas Zejfert stellt Ziele für Dortmunder Park vor

Andreas Zejfert und Dirk Reil von den städtischen Sport- und Freizeitbetrieben. © Martina Niehaus

Andreas Zejfert ist seit seiner Kindheit ein „Dortmunder Junge“. Bei der Stadt hat er eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsgärtner gemacht. „Die Meisterausbildung kam schnell hinterher“, erzählt er. Knappe 13 Jahre beim Tiefbauamt folgen. „Als sich die Chance ergab und ein Leiter für den Park gesucht wurde, habe ich mich beworben. Und es hat geklappt“, freut er sich.

Viele Sportvereine trainieren im Hoeschpark

Die aktuell geplanten Projekte frischen den bereits beliebten Hoeschpark noch weiter auf. Insgesamt soll der Park in vielen Bereichen umgestaltet werden - die ersten Workshops und Pläne für die Entwicklung des Geländes hatte es bereits 2016 gegeben.

Die rund sieben Sportvereine finden dann ebenso gute Bedingungen vor wie nicht organisierte Sportler, die „nur mal eben“ den kostenfreien Park für eine Joggingrunde nutzen möchten.

So wird eine Loop-Strecke den früheren Trimm-Dich-Pfad ablösen. Die Do-Bo-Villa soll umgebaut werden: Veranstaltungs- und Vereinsräume werden dort Platz finden. Vor allem aber, sagt der Leiter, sei der Bedarf an Umkleiden enorm. „Bei sieben Vereinen ist das ja kein Wunder.“ Diese Pläne haben allerdings bei den Dortmundern auch kontroverse Diskussionen ausgelöst: Noch vor wenigen Wochen hatten sich Menschen für den Erhalt der bei vielen beliebten Event-Gastronomie eingesetzt.

Kein Platz mehr für verwilderte Angst-Räume

Durch das Konzept sollen auch „vergessene Ecken“ geöffnet werden. Das bedeutet: Verwilderte Angst-Räume sollen endgültig von der Bildfläche verschwinden. Oft sind es vermüllte und durch Vandalismus beschädigte Nischen, von denen es im Park immer noch so einige gibt.

Slackline & Tennis: Hoeschparkleiter Andreas Zejfert stellt Ziele für Dortmunder Park vor

Noch gibt es im Park so manche verwilderte Ecke. © Martina Niehaus

So zum Beispiel der kleine Platz mit der maroden Mauer, hinter dem Treppenstufen hinunter zum Tennisheim führen. Mauer und Treppe sind mit Brombeeren bewachsen; überall liegen Schnapsfläschchen und anderer Müll herum. Der Weg zum Tennisplatz ist allerdings durch einen Zaun versperrt. „Das war nötig, sonst wäre dort auch alles nach einigen Tagen vermüllt“, sagt Dirk Reil, der gerade einen verirrten Baseball aus dem Gebüsch geholt hat und sich die Kletten vom Hosenbein zupft.

Slackline & Tennis: Hoeschparkleiter Andreas Zejfert stellt Ziele für Dortmunder Park vor

Noch trennt ein Bauzaun das Tennisheim vom Rest des Parks. Das soll sich bald ändern. © Martina Niehaus

Die alte Mauer soll weichen, das Grün so weit wie nötig zurückgeschnitten werden. „Alles wird damit offener, man kann schon vom Parkeingang aus auf den Tennisplatz sehen“, erklärt Andreas Zejfert.

Das alte Tennisheim bekommt einen neuen Anstrich

Die Fassade des Tennisheims bekommt ebenfalls einen neuen Anstrich, die Terrasse wird vorgezogen. Die alten Steinstufen der Zuschauertribüne, die den Platz fast wie ein griechisches Amphitheater erscheinen lassen, bleiben natürlich bestehen - dieser und viele andere Teile des Hoeschparks sind schließlich denkmalgeschützt. So wie die alte Radrennbahn, die das heutige Basballfeld umgibt. „Allein von der Historie her ist dieser Park hochinteressant“, sagt der Parkleiter.

Slackline & Tennis: Hoeschparkleiter Andreas Zejfert stellt Ziele für Dortmunder Park vor

An der alten, denkmalgeschützten Radrennbahn. © Martina Niehaus

Trotzdem gibt es noch viel zu tun: Links neben dem Tennisheim liegen überwucherte, nicht mehr genutzte Tennisplätze. Auch hier wird investiert: In beleuchtete Areale, auf denen Trendsportarten ausgeübt werden können. Unter anderem sollen Slackliner ihr Können erproben - spätestens in zwei Jahren soll es soweit sein. „Mit einer Umgestaltung und besseren Beleuchtung erreichen wir dann auch eine größere soziale Kontrolle“, erklärt Andreas Zejfert.

Der Baumbestand des Parks soll auf seine Anregung ebenfalls genau katalogisiert und überprüft werden. „Dann können wir genau überprüfen, ob alles in Ordnung ist“, sagt Zejfert. Er weiß, wovon er redet: Noch vor wenigen Wochen hatten Eichenprozessionsspinnerraupen die Parkleitung auf den Plan gerufen.

Nostalgischer Charme: Ja. Morbider Charme: Nein

Der Hoeschpark muss auch nach seiner Modernisierung gepflegt und unterhalten werden. Deshalb hat Zejfert auch gleich ein Konzept entwickelt, wie man das alte Betriebsgelände verbessern kann, ohne dabei den nostalgischen Charme des ehemaligen Pferdestalls zu verlieren. Die Aufenthalts- und Sanitärräume für die Mitarbeiter zum Beispiel, und das Büro.

Slackline & Tennis: Hoeschparkleiter Andreas Zejfert stellt Ziele für Dortmunder Park vor

Ein Mitarbeiter reinigt einen Rasenmäher: Zejfert wünscht sich mehr Mitarbeiter und einen größeren Fuhrpark. © Martina Niehaus

Ach ja, das Team: „Wir sind nur ein kleines Team“, erklärt Zejfert. Mit vier Mitarbeitern - drei Gärtnern und einem Platzwart - sei der Park kaum zu unterhalten. Kurz: Der Leiter wünscht sich mehr Personal. Am besten innerhalb der nächsten sechs Monate. „Ich kann da sehr hartnäckig sein“, sagt er und grinst. Auch der Fuhrpark, zum Beispiel die Sitzrasenmäher und andere wichtige Geräte, müsse wachsen und optimiert werden.

Ein Stück Dortmunder Geschichte

Andreas Zejfert hofft, dass alle Planungen gut umgesetzt werden. Von seinem Büro mitten im Park aus regelt er das alles. Und freut sich jeden Tag: „Ich sitze hier mitten im Grünen und kann mich um so ein tolles Stück Dortmunder Geschichte kümmern. Das ist schon ein großartiges Gefühl.“

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