Hoffnung auf einen neuen Supermarkt? Unterschriftenaktion gestartet

mlzRewe in Benninghofen

Jedes Quartier sollte einen Supermarkt haben. Benninghofen wird seinen verlieren. Eine Benninghoferin hat eine Unterschriftenaktion gestartet. Gibt es Hoffnung auf einen neuen Supermarkt?

Benninghofen

, 14.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um klare Worte war die Benninghoferin Monika Landgraf noch nie verlegen. In ihrer politischen Karriere nicht (die 66-jährige ist zum Beispiel noch bis Oktober Ratsmitglied für die Grünen), aber auch sonst war und ist „Wegducken“ nicht ihres.

Monika Landgraf hat die Unterschriftenaktion initiiert - und natürlich auch selbst unterschrieben.

Monika Landgraf hat die Unterschriftenaktion initiiert - und natürlich auch selbst unterschrieben. © Britta Linnhoff

Das, was jetzt in ihrem Stadtteil passiert, bringt sie auf die Palme. Ende des Jahres schließt der Rewe in Benninghofen an der Overgünne. Und Monika Landgraf ist empört „über die Vorgehensweise“.

Der Laden sei „systematisch und bewusst runtergefahren“ worden. Dabei brauche jedes Quartier seinen Supermarkt. Und das, so sagt Landgraf, „sollte jeder, der Einzelhandel betreibt, dem Bürger schuldig sein“. Zwar gebe es den Penny in Benninghofen, aber der habe nun mal nicht das gleiche Sortiment.

Landgraf ist Mitglied im Inklusionsbeirat und im Behindertenpolitischen Netzwerk. „Wenn Sie sich hier umgucken, dann sehen Sie ältere Menschen, die irgendwas schleppen.“ Die hätten kein Auto, um mal eben zum Höchsten zu fahren. Die Benninghoferin Regina Kamp hat ein Auto, aber sie sagt: „Zum Höchsten fahre ich nicht gerne, da oben ist es immer so voll.“ Lieber kauft sie hier in Benninghofen ein.

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Hinnehmen will Landgraf das alles nicht einfach so: Sie hat eine Unterschriftenaktion gestartet. 40 Benninghofer haben schon unterschrieben:

„Wir möchten, dass sowohl Malzers, mit seinen hervorragenden Backwaren als auch ein Supermarkt möglichst mit Fleisch- und Käsetheke weiter in Benninghofen den Anwohnern zur Verfügung steht.“

Die 66-Jährige will weiter Unterschriften sammeln: Am Mittwoch (16.9.) stehen sie und ihre Mitstreiter ab 12 Uhr (ca. eine Stunde) an der Ecke Overgünne/Benninghofer Straße, um weitere Unterschriften zu sammeln. Etwa eine Stunde lang sind sie auf Höhe der Kirche anzutreffen. Landgraf pant weitere Termine. Noch stehen die aber nicht fest. Die Unterschriftenlisten will sie dann Rewe und der Bezirksvertretung Hörde übergeben.

Auch Mitstreiter Wolfgang Gurowietz findet „es wichtig, ein solches nahes Angebot bei der älter werdenden Bevölkerung aufrecht zu erhalten“. Sollte ein Bäcker in dem Gebäude nicht bleiben können, dann hat Landgraf auch schon eine Idee: Malzers könne doch in das leerstehende Ladenlokal schräg gegenüber ziehen, in dem zuvor die Bäckerei Beckmann zuhause war. Malzers selbst äußerte sich auf Anfrage zu diesem Vorschlag nicht.

Die Schilder von "Bäcker Beckmann" an der Benninghofer Straße hängen noch. Könnte das ein neues Zuhause von Malzers werden?

Die Schilder von „Bäcker Beckmann“ an der Benninghofer Straße hängen noch. Könnte das ein neues Zuhause von Malzers werden? © Britta Linnhoff

Erstmals hat sich nach Bekanntwerden der Schließungspläne aber Geschäftsführer Uli Budnik geäußert. Zunächst hatte er das abgelehnt. Viel will er auch jetzt nicht sagen. Aber das wenige lässt die Benninghofer hoffen:

„Es gibt mehrere Interessenten für den Laden“, sagt er. Die präsentierten gerade dem Vermieter ihre Konzepte. Vermieter sei Rewe. Eine Nachfrage bei Rewe ergibt am Freitag (12.9.) noch nichts Neues. Annika Amshove von der Rewe-Unternehmenskommunikation verspricht aber, sich wieder zu melden.

Der jetzige Mietvertrag laufe am 31. Dezember aus, so Uli Budnik. Als man damals das Geschäft eröffnet habe, sei der Laden zugeschnitten gewesen auf Alters- und Bevölkerungsstruktur im Stadtteil. Die habe sich aber verändert. Er geht davon aus, dass die neuen Interessenten das passende Konzept mitbringen.

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Der Getränkemarkt des Rewe hat in der Zwischenzeit seine Öffnungszeiten reduziert - das Geschäft hat nur noch bis 16 Uhr geöffnet. Zunächst hatte ein Schild dies mit „technischen Problemen“ begründet. Uli Budnik spricht von „Problemen mit dem Computer“. Inzwischen aber weist ein neues Schild auf grundsätzlich neue Öffnungszeiten hin.

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