Für viele Dortmunder Unternehmen soll Home Office auf die eine oder andere Weise eine Option bleiben. © Luke Peters / unsplash.com
Infektionsschutz

Home Office auch ohne Pflicht? Das planen Dortmunder Unternehmen

Ende Juni läuft die Pflicht für Arbeitgebende aus, Home Office anzubieten. Einige der größten Dortmunder Unternehmen haben mittlerweile viel Erfahrung mit der Arbeit von zu Hause. Machen sie weiter?

Ende dieses Monats endet auch die Home-Office-Pflicht. Ihretwegen mussten viele Unternehmen ihren Mitarbeitenden in der Corona-Krise Möglichkeiten zur Arbeit von zu Hause schaffen, um so die Infektionsgefahr zu verringern. Mit dem Rückgang der Infektionszahlen wird die Regel nun außer Kraft gesetzt. Grund genug, einige der größten Dortmunder Unternehmen nach einer Bilanz zu fragen.

„Büroquote wieder erhöhen“

Bei Signal Iduna haben in der Spitze zwischen 80 und 85 Prozent der Mitarbeitenden von zu Hause aus gearbeitet. „Für die nähere Zukunft streben wir an, die Büroquote wieder zu erhöhen“, so der Versicherer. Dabei würden Abstands- und Hygieneregeln berücksichtigt.

Generell sei Home Office von den Mitarbeitenden gut angenommen worden. Und auch die Produktivität im Home Office sei gut. In die Entscheidung über zukünftige Home-Office-Regeln würden die Erfahrungen der vergangenen knapp anderthalb Jahre einfließen.

Positive Erfahrungen

Bei der Sparkasse Dortmund sei die Arbeit von zu Hause „individuell und situativ“ organisiert worden. Ein Viertel der Mitarbeitenden habe die Möglichkeit, mobiles Arbeiten zu nutzen – mit durchweg positiver Rückmeldung. Ob es weiterhin Angebote für Home Office geben werde, sei allerdings noch nicht entschieden. Die positiven Erfahrungen legen dies jedoch nahe.

Beim Volkswohl Bund dauere der „Corona-Krisenmodus“ voraussichtlich noch bis Ende August. In dieser Zeit haben Mitarbeitenden die freie Wahl des Arbeitsplatzes. Etwa zwei Drittel arbeiten zumindest teilweise von zu Hause aus. Möglichkeiten für individuelle mobile Arbeitstage soll es auch weiterhin geben.

Bei der Dortmunder Volksbank seien Home-Office-Angebote stark nachgefragt worden, so das Unternehmen. Für rund 400 Mitarbeitende ohne direkten Kundenkontakt soll es mindestens bis Ende des Jahres auch weiter die Möglichkeit geben, bis zu zwei Tage in der Woche von zu Hause aus zu arbeiten.

Kurse zu Ergonomie und Arbeitsorganisation

Wilo teilt auf Nachfrage mit, bereits vor der Pflicht eine sehr hohe Quote an Telearbeit gehabt zu haben. „Aktuell liegen wir im Schnitt bei rund 85 Prozent Telearbeitsquote.“ In der Produktion des Pumpenherstellers sei diese allerdings nicht möglich,

Home-Office-Angebote seien von der Belegschaft problemlos angenommen worden, unterstützt durch Kurse zum Beispiel zu Ergonomie und Arbeitsorganisation. „Wir haben mit der Telearbeit ausgezeichnete Erfahrungen gemacht“, so das Unternehmen.

Aktuell würden Mitarbeitende nach und nach wieder an den Unternehmenssitz zurückgeholt, „alles aber unter der Einhaltung der voraussichtlich in Teilen fortgeschriebenen Arbeitsschutzverordnungen“, so das Unternehmen.

Familie und Beruf besser vereinbar

Eine große Arbeitgeberin ist auch die Stadtverwaltung. Sie teilt mit, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden mit Büroplätzen regelmäßig Home Office in Anspruch nehmen. „Für viele war durch flexible Arbeitszeitgestaltung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser gegeben“, teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit.

Einige Aufgaben könnten allerdings nur in städtischen Büroräumen durchgeführt werden, weil die „vollumfängliche Digitalisierung noch nicht abschließend umgesetzt“ worden sei. Es habe sich gezeigt, „dass ein hoher Bedarf an mobiler IT-Ausstattung besteht.“ Auch für viele Führungskräfte bedeute die digitale Art zu führen „eine große Herausforderung“.

Trotz dieser Herausforderungen will auch die Stadtverwaltung weiter flexible Arbeitsformen anbieten. „Allerdings ist ungewiss, wie sich die Nutzungszahlen nach der Pandemie entwickeln werden.“

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Bastian Pietsch

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