Gastronom Antonio Link und Partnerin Marta Dabrowska © Hopfen & Malz (Archivbild)
Serie „Über den Tellerrand“

„Hopfen & Salz“-Macher will neue Bierkultur nach Essen und Bochum bringen

Antonio Link ist einer der Pioniere der neuen Bier-Gastronomie. Sein erstes Lokal, das „Hopfen & Salz“, steht in Lütgendortmund. Jetzt expandiert Link nach Bochum und Essen.

Die Nachricht, dass Brauereien demnächst Fassbier im Millionenwert vernichten müssten, wird einem wie Antonio „Toni“ Link nicht gefallen. Dafür liebt der 43-jährige Gastronom Bier wohl zu sehr. Denn auf diesem Getränk basiert seine gastronomische Hauptidee und seine Kernkompetenz.

Große Bier-Restaurants mit einem gewissen Erlebnis-Faktor führt er in Dortmund, in Bochum und in Essen. Zudem ist er Geschäftsführer der noch jungen Bierothek in der Thier-Galerie, ein kleiner Shop mit großer internationaler Auswahl an handgemachten Bieren. Die handgemachten Biere, Craftbeer, sind seit einigen Jahren im Trend, immer mehr Menschen jagen nach eigener Expertise abseits von Pils und Export.

Theke im Hopfen und Salz in Lütgendortmund © Joerg Meier © Joerg Meier

Bevor der gelernte Restaurantfachmann im August 2018 nach Dortmund kam, versuchte sich Link mit Craftbeer-Expertise im Duisburger Brauhaus Mattlerhof im Revierpark Mattlerbusch.

2018 war es schließlich soweit, er übernahm die Eisenbarth-Gastronomie in Lütgendortmund, nannte sie „Hopfen & Salz“ und konnte bis zur Pandemie auch Fuß fassen. Sein Konzept: eine große Auswahl spezieller Bierprodukte und eine darauf abgestimmte gutbürgerliche Küche mit etwas Pfiff. Einfach, wertig, schmackhaft.

Das könnte man auch als westfälische Brauhausküche nennen. Dazu Biertastings und andere saisonale Events in dieser gewaltigen Restauration.

Serie

Über den Tellerrand

In unserer Reihe „Über den Tellerrand“ stellen wir Restaurants und Lokale vor, die zwar außerhalb Dortmunds liegen, für die es sich aber lohnt, ein paar Kilometer zurückzulegen.

Bei seinem nächsten Schritt grätschte die Pandemie schon gewaltig rein: Zu einer großen Eröffnung des Miss Hops im Bochumer Bermudadreieck kam es schon nicht mehr. Dutzende Biere sollten hier aus Zapfhähnen fließen und die dazu passende Küche hieß ganz hip „Ruhrpottküche 2.0“. Dabei werden lässig kulinarische Traditionen aufgepeppt, etwa mit Schnittchen, Stullen und Krüstchen, mit Schnitzel, Pommes und Käse-Hackfleisch-Suppe.

Bei Lichte betrachtet ist das Konzept von Hopfen & Salz und Miss Hops naturgemäß sehr ähnlich, lediglich dem je anderen Publikum wird Namen Rechnung getragen. Dem kulinarisch eher strukturkonservativen Publikum in Lütgendortmund gefällt „Hopfen & Salz“ für den traditionsreichen „Volksgarten“ sicherlich besser.

„Hopfen & Salz“-Macher expandiert nach Essen

Inzwischen hat der umtriebige Macher zudem einen weiteren gastronomischen Top-Standort akquiriert: Auf der „Rü“, der Gastromeile Essen-Rüttenscheids, übernahm Link das bei der dortigen Szene sehr beliebte Ecklokal „Plan B“.

Auch hier soll alsbald eine Miss Hops die Gäste begeistern. Das mitunter kostspieligere Craftbeer ist bei der traditionell sehr kaufkräftigen Rü-Kundschaft sicherlich eine willkommene Abwechslung.

Einen Haken dürften diese modern konzipierten gastronomischen Idee jedoch haben, basieren sie bei aller Innovation im Kern doch auf einer bierseligen Gemütlichkeit, auf ordentlich gefüllten Biergärten, auf Tresen und knobelnder Rudelbildung. Dinge, die viele Leute vermissen, deren Wiederkehr jedoch noch in den Sternen steht.

Zur Sache

Hier liegen die Lokale

  • Hopfen und Salz, Volksgartenstraße 61, 44388 Dortmund
  • Miss Hops Bochum, Kortumstraße 7, 44787 Bochum
  • Miss Hops Essen, Rüttenscheider Str. 201, 45131 Essen
  • Bierothek, Thier-Galerie, Westenhellweg 102 – 106, 44137 Dortmund
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