An der Gedenkstätte für den You-Hubschrauberabsturz wird sich demnächst etwas verändern

mlzBittermark

Die Gedenkstätte für die Opfer des Hubschrauberabsturzes vom 6. Juni 1996 wird sich verändern. In der Bittermark soll schon bald ein Steinmetz anrücken. Diesen Wunsch hatte eine Angehörige.

Schanze

, 04.07.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter der Autobahnbrücke entlang, das Auto abstellen, neben dem Zaun in den Wald rein. Von da 200 Meter geradeaus, einmal rechts, dann ist man da. Hier, in der Bittermark, direkt neben der A45, sind am 6. Juni 1996 13 junge Menschen gestorben. Es gab einen Überlebenden.

Sie alle saßen in einem Hubschrauber der Bundeswehr, der von der Jugendmesse You an den Westfalenhallen gestartet ist. In der Bittermark ist er abgestürzt. Schuld waren riskante Flugmanöver des Piloten. Angehörige hatten im Jahr danach eine Gedenkstätte dort aufgestellt, wo ihre Kinder, Geschwister und Enkel ums Leben gekommen waren. Diese Gedenkstätte ist in den vergangenen Jahren in Vergessenheit geraten und nun verwildert.

Die Bundeswehr ließ sich verjagen und vergaß den Stein

Der Stein, auf dem die Namen der Opfer stehen, und der ganze Ort sind über Jahre nicht beachtet worden. Die Bundeswehr, die sich heute wieder um die Pflege kümmert, hatte sich 2012 von einer Frau verscheuchen lassen, die sich als Besitzerin des Grundstückes ausgegeben hatte. 2016 hat diese Redaktion einen Hinweis erhalten und dafür gesorgt, dass die damals völlig zugewucherte Stelle wieder ins Bewusstsein der Bundeswehr rückte.

An der Gedenkstätte für den You-Hubschrauberabsturz wird sich demnächst etwas verändern

So sah die Stelle im Oktober 2016 aus. © Tobias Großekemper

Diesen Kampf hatte die Gedenkstätte also überstanden. Doch perfekt ist es hier noch nicht. Und so wandte sich eine Mutter, die ihr Kind vor 23 Jahren verloren hat, vor einigen Monaten an den Hombrucher Bezirksbürgermeister Hans Semmler. Der wiederum wollte die Idee der Mutter unterstützen, und so verfasste er einen Antrag für die Bezirksvertretung. Die stimmte dem Plan zu - jetzt kann es losgehen.

Der Stein wird um einige Zentimeter bewegt

Für 1169 Euro aus dem Budget der Bezirksvertretung soll ein Steinmetz die Steele reinigen und drehen. Denn wer direkt vor dem Stein steht, liest zwar die Namen der Opfer, die auf der Vorderseite stehen, nicht aber die Inschrift auf der linken Seite. Dort heißt es: „Hier starben am 6. Juni 1996 auf tragische Weise durch einen Hubschrauber-Absturz 13 junge Menschen.“

An der Gedenkstätte für den You-Hubschrauberabsturz wird sich demnächst etwas verändern

Ein Blick auf den Stein von der Seite. Er soll so gedreht werden, dass sowohl die Namen als auch die seitliche Inschrift von vorne zu sehen sind. © Michael Nickel

Die Steele soll aber nicht um 90 Grad gedreht werden. „Es sollen nur ein paar Zentimeter werden“, sagt Hans Semmler im Gespräch mit dieser Redaktion. „So dass man beide Seiten sehen kann.“ Zusammen mit dem Steinmetz war er schon vor Ort. Das wird er auch sein, wenn es tatsächlich an die Drehung des Steines geht.

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Semmler war dabei, als die Gedenkstätte ein Jahr nach dem Absturz eingeweiht wurde. Zu Beginn dieses Jahres hat sich die Luftwaffe bei ihm gemeldet und ihre Unterstützung für zukünftige Gedenkveranstaltungen angeboten. Eine solche Veranstaltung ist wieder für Totensonntag geplant, dieses Jahr der 24. November. „Ich hoffe“, sagt Hans Semmler, „dass bis dahin alles fertig ist“.

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