Hüsch ruft per Handy aus dem Himmel an

27.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Hörde Hanns Dieter Hüsch Vom "doppelten H" scheint Ines Burkhardt magisch angezogen zu werden: Nach der Hansestadt Hamburg, Heinrich Huber und Heinrich Heine liebt sie nun (Foto). Und widmet ihm den Abend "Das Schwere leicht gesagt". Julia Gaß sprach mit ihr.

Seit wann mögen Sie Hüsch?

Burkhardt: Ich sollte 2003 in St. Reinoldi sein Gedicht "Mein Schutzengel" lesen. Das hat bei mir eingeschlagen wie ein Blitz. Seitdem bin ich "hüschophil". Er ist für mich ein lächelnder Weiser, der poetischte, virtuoseste aller Kabarettisten.

Haben Sie ihn getroffen?

Burkhardt: Leider nie, obwohl er oft in Dortmund war. In Vorbereitung auf das Programm habe ich 23 Bücher von ihm gelesen und auch seine Witwe in seinem Haus in Windeck-Werfen besucht. Nach seinem Arbeitszimmer habe ich das Bühnenbild entworfen. Sein Schreibtisch war 7 Meter lang.

Welche Texte haben Sie ausgewählt?

Burkhardt: Ich rezitiere Texte über den Tod, Gott, Religion, die Liebe und Hüsch' Verhältnis zur Politik und zur Kindheit. Ich beginne beim Tod und ende in der Kindheit. Das gibt Hoffnung; Hüsch war ein Mensch mit Zukunftsvisionen. Der Bühnenboden wird voll mit Texten sein, die ich nicht lese. Das Publikum darf sie nachher mitnehmen.

Wird der Abend ein Kammerspiel mit der Stimme?

Burkhardt: Ja, ich habe eine Szene für den Anfang geschrieben, in der mein Handy klingelt. Hüsch meldet sich aus dem Himmel. Ich flechte so auch Biografisches ein.

Hat Ihnen die Begegnung mit der Witwe geholfen?

Burkhardt: Ja, ich habe Christiane Rasche-Hüsch auch zu dem Abend eingeladen. "Meine Krise" hat Hüsch seine Christiane immer liebevoll genannt.

Hüsch hat in seinen Programmen zwischendurch immer Harmonium gespielt. Gibt es das bei Ihnen auch?

Burkhardt: Julia Reck spielt am Klavier Überleitungen zwischen den Texten. Es ist ein schöner, dichter Abend aus einem Guss von 65 Minuten Länge.

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