Angekettet und halb verhungert: So geht es dem gequälten Mischling aus Eving jetzt

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Der große Mischlingshund wog nur 14 Kilo, war halb verhungert und meist an der Heizung angebunden, als Arche90 ihn aus einer Wohnung in Eving holte. Jetzt gibt es gute Nachrichten.

Dortmund

, 14.08.2019, 05:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tierschutzorganisation Arche90 hatte Mitte Juli einen extrem unterernährten Hovawart-/Collie-Mischling aus einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in Eving gerettet. Das ein Jahr alte Tier wog nur noch 14,2 Kilogramm. Der Hund hatte kaum Bewegung, kreisrunde Liegeschwielen am Hinterteil und roch nach Kot und Urin. Laut einer anonymen Meldung, die Arche90 zugegangen war, war das Tier ständig an der Heizung kurz angebunden.

Mittlerweile ist der Hund auf einem guten Weg. „Er hat schon ein Kilogramm zugenommen“, sagt Sabine Keller von Arche90. Anfangs hatte das ausgehungerte, bis auf die Knochen abgemagerte Tier einen Rückfall, musste für drei Tage in die Klinik, nachdem es vermutlich das Futter nicht vertragen hatte. Dabei hatte der Hund sein Fressen in sechs kleinen Portionen über den Tag verteilt bekommen. Er wurde schließlich auf anti-allergenes Futter umgestellt. „Das verträgt er sehr gut“, sagt Sabine Keller.

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An Oberschenkeln erste Muskeln aufgebaut

Zudem genieße der Hund, der Menschen und auch anderen Tieren gegenüber sehr freundlich ist, die Behandlungen der Tierphysiotherapeutin Cornelia Tillmann-Rogowski. Er habe bereits angefangen, an den Oberschenkeln Muskeln aufzubauen. Die Physiotherapeutin sei ganz zuversichtlich, berichtet Sabine Keller, auch wenn noch nicht klar sei, dass der Schaden an den Knochen, der durch das kurze Anbinden und die Bewegungsarmut entstanden sei, wieder ganz verschwinden werde.

Angekettet und halb verhungert: So geht es dem gequälten Mischling aus Eving jetzt

Der Hund macht die Übungen aufmerksam mit. © Arche90

Der Hund lebt in einer Pflegestelle mit Garten. Die Menschen, die sich um ihn kümmern, sind den ganzen Tag zu Hause und für ihn da. Keller: „Sie versuchen den Bewegungsdrang des jungen Hundes umzuleiten, indem sie ihn Futterbeutel im Garten suchen lassen. Die Pflegestelle ist ganz begeistert von ihm, Ich vermute mal, dass er da bleiben wird.“

Das Veterinäramt verständigt

Die früheren Besitzer hatten den Hund auf Drängen von Arche90 an die Tierschutzorganisation abgetreten. Die Arche90-Einsatzfahrer haben zwar keine Anzeige gegen die Familie erstattet, aber das Veterinäramt verständigt. Dem Vernehmen nach ist die Familie dort nicht unbekannt.

In der Wohnung der achtköpfigen Familie lebten noch ein weiterer Hund, ein Jack-Russell-Terrier, und eine kleine Katze. Beide wirkten laut Arche90 gut genährt.

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