Mehrere hundert Menschen gedachten am Freitag bei einer Kundgebung an der Reinoldikirche der Opfer des rassistisch motivierten Attentäters von Hanau. © Schaper
Jahrestag

Hunderte Menschen in der City gedenken der Opfer des Anschlags von Hanau

In Deutschland haben Menschen am Freitag (19.2.) der Opfer des rassistisch motivierten Attentats von Hanau am 19.2.2020 gedacht. In Dortmund kamen etwa 650 Menschen vor der Reinoldikirche zusammen.

Am Jahrestag eines der schrecklichsten Verbrechen der jüngeren deutschen Geschichte waren die Namen von neun Menschen überall präsent.

Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Said Nessar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu und Vili Viorel Păun starben am 19.2.2020 in Hanau durch Schüsse des Attentäters Tobias R.

Getrieben von rassistischem Hass und Verschwörungsfantasien war R. gezielt in einen Kiosk und eine Shisha-Bar gegangen und hatte um sich geschossen. Danach tötete er weitere Menschen auf der Straße, ehe er in sein Elternhaus fuhr und dort seiner Mutter und sich selbst das Leben nahm.

In Dortmund hatten zahlreiche Organisationen wie Jusos, der Asta der TU Dortmund, Bodo e.V oder Die Linke am Freitag um 18 Uhr zu einer Demonstration aufgerufen. Sie trug den Titel „Ein Jahr nach Hanau – Kein Vergeben. Kein Vergessen. Gemeinsam gegen Rassismus“.

Vor der Reinoldikirche in der Dortmunder Innenstadt sammelten sich nach Schätzung der Polizei rund 650 Menschen – in gebührendem Abstand. Nach einer Schweigeminute wurden unter anderem die Namen der Opfer verlesen, und ein jeweils kurzes Streiflicht auf ihr Leben geworfen, das ihnen der Attentäter von Hanau nahm.

Die Organisatoren der Kundgebung, darunter die DIDF Jugend (Föderation Demokratischer Arbeitervereine) Dortmund und die Antifa, kritisierten in mehreren Redebeiträgen, dass bei den Morden von Hanau, Halle, des NSU und an Walter Lübke offizielle Stellen immer wieder von Einzeltätern sprächen.

Rassismus habe System. Erst der „strukturelle Rassismus“, wie er bei den Behörden, in der Politik und bei Medien anzutreffen sei, bereitete den Boden für solche Taten, die noch immer nicht lückenlos aufgeklärt seien.

Für Vielfalt und Menschlichkeit

„Die Opfer sind erst tot, wenn sie vergessen sind. Das werden wir nicht zulassen“, lautete die Botschaft.

In einer Presseerklärung der Deutsch-Türkischen Plattform Dortmund heißt es zum Jahrestag des Anschlags: „Hass und Rassismus vergiften unsere Gesellschaft und zerstören das friedliche Zusammenleben in unserem Land. Wir müssen und werden weiterhin gemeinsam für die Vielfalt und Menschlichkeit eintreten und uns gegen Rassismus und Intoleranz stellen.“

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Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle
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Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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