Hype um „Five Guys“-Eröffnung – Hat Dortmund zu viele Burgerläden?

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Unlängst wurde bekannt, dass die Burger-Kultkette Five Guys nach Dortmund kommt – als elfter Burger-Laden in der City. Die Resonanz in Sozialen Medien ist gigantisch. Es gibt auch Kritik.

Dortmund

, 07.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Burger ist ein Phänomen: Vom verschrienen Fast-Food-Snack hat er sich zum Trendessen gemausert. Statt Junk Food besticht er inzwischen durch ausgefallene, teilweise besonders gesunde Kreationen, die auch gerne mal etwas teurer sein können. Dementsprechend sprießen Burger-Läden in den Städten geradezu aus dem Boden.

Alleine in der Dortmunder City gibt es zehn Anbieter der Boulette im Brötchen, im gesamten Innenstadtbereich sind es sogar 20. Ende des Jahres zieht mit Five Guys Nummer elf (beziehungsweise 21) in die ehemaligen Desigual-Geschäftsräume am Westenhellweg. Besonderer Burger-Hotspot ist die Brückstraße/Ecke Gerberstraße: Innerhalb von knapp 50 Metern kommt man an drei Burger-Läden vorbei: Burger Brothers, Food Brother und Chill‘R Burger Factory.

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So oder so: Die Resonanz in den Sozialen Medien ist gigantisch. 1172 Facebook-Kommentare (Stand: 5.8., 15 Uhr) gab es allein unter unserem Posting zum Thema. Auf der Facebook-Seite von Five Guys sind es nochmal 499 (Stand: 5.8., 15 Uhr). Die Resonanz ist überwiegend positiv. Aber mancher Nutzer ist auch wenig begeistert - und fragt, wie viele Burgerläden noch nach Dortmund kommen sollen. Einer bringt es so auf den Punkt: „Mal gespannt, wie viele Burgerläden in Dortmund noch öffnen und wieder schließen.“ Ein anderer fragt: „Reicht es nicht langsam mit diesen Schicki-Micki-Burgerbuden?“.

„Innovatives Angebot“

Rainer Nothoff, Geschäftsführer für das westfälische Ruhrgebiet des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), sieht in Dortmund kein Burger-Problem - und auch keine Einflussmöglichkeiten: „Wir leben in einer freien Marktwirtschaft, hier gibt es keine Kontrolle, wer wann wo seinen Burger-Laden eröffnet“, sagt er auf Anfrage. Der Markt reagiere hingegen auf die wachsende Nachfrage der Kunden: „Der Burger liegt gerade nun mal im Trend.“

Dass viele Läden auch den Trend überleben, liege auch an ihren innovativen Konzepten mit veganen oder vegetarischen Angeboten: „Das ist nicht mehr einfach nur der klassische Burger.“ Hinzu komme eine hohe Qualität.

Diese Innovationskraft müssten die Gastronomen aber immer neu unter Beweis stellen. Ein weiterer Pluspunkt in den Konzepten der Läden sei die Marketingstrategie: „Viele nutzen die Sozialen Medien, das ist wichtig für die Zielgruppe von Burger-Läden.“ Insgesamt sei Dortmund ein attraktiver Gastronomiestandort, der Ketten wie Five Guys ganz zu Recht anlocke.

Andere Gastronomie erwünscht

Für den Cityring kommt diese Kette schon ein paar Jahre zu spät, auch wenn sie für eine Stadt wie Dortmund eigentlich Pflicht sei: „Five Guys gehört absolut hier her“, sagt Holger Schmidt, zuständig für den Bereich Lifestyle im Vorstand des Cityrings und Gastronomie- und Nachtleben-Experte. Er findet aber, dass das Thema Burger schon zu etabliert sei. Er unterscheidet hierbei zwischen Erlebnisgastronomie und Gastronomie mit einem Anspruch auf Qualität.

Stattdessen wünscht sich Schmidt, der unter anderem Cotton‘s und Maximilian am Alten Markt betreibt, mehr innovative Gastronomie in der City. Er blickt hierbei auf Restaurants und Cafés in anderen Dortmunder Innenstadtbezirken wie das Oma Rosa im Saarlandstraßenviertel. Zudem sei es in deutschen Großstädten so, dass es inzwischen mehr Flächen für Gastronomie als für Einzelhandel gebe.

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Der Cityring-Vorstandsvorsitzende Dirk Rutenhofer geht sogar noch weiter: „Wir haben innerhalb des Walls kein erstklassiges Restaurant.“ Für ihn gehöre das allerdings zur Attraktivität einer Großstadt, gerade wenn der Inhaber geführte Einzelhandel als Erlebnis verschwindet.

Ob es an Angebot nun reicht oder nicht, sei von jedem selbst abhängig. Schließlich werde das Angebot bestimmt durch den Konsumenten. Dementsprechend sei auch der Konsument dafür verantwortlich zu entscheiden, wann der Markt gesättigt ist – oder eben nicht.

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