Viel Regen im Frühjahr und ein warmer, feuchter Sommer wie in diesem Jahr sind perfekte Bedingungen für Mücken. © dpa
Stechmücken

Ideale Witterung für Mücken: Droht in Dortmund eine Mückenplage?

Das Jahr 2021 bietet mit dem Wechsel von Regen und hohen Temperaturen perfekte Bedingungen für Stechmücken. Muss man sich in Dortmund deshalb auf eine Plage einstellen?

Ein regenreiches Frühjahr und ein Sommer mit hohen Temperaturen – viel idealer könnten die Bedingungen für Mücken in diesem Jahr nicht sein. Die ungeliebten Gäste bevorzugen Feuchtigkeit und Wärme, um ihre Eier abzulegen. Bedeutet das nun auch, dass es in diesem Sommer besonders viele Mücken geben wird?

„In Dortmund ist noch keine besonders ausgeprägte Mückenplage festzustellen“, sagt Wolfhard Koth-Hohmann vom Nabu Stadtverband Dortmund. Er stützt seine Aussage jedoch eher auf subjektive Beobachtungen. Der Naturschützer ist an den Gewässern in und um Dortmund unterwegs – also dort, wo sich auch Mücken besonders gern aufhalten.

Heiße Sommer haben Mücken zu schaffen gemacht

Bei seinen Ausflügen habe er nicht festgestellt, dass es mehr Mücken gebe, sagt er, „obwohl man das aufgrund des Wetters und der Temperaturen tatsächlich vermuten könnte.“ Ein regenreiches Frühjahr und die darauffolgenden hohen Temperaturen sind eigentlich ideale Bedingungen für Mücken.

Dass man nun keine erhöhte Mückenpopulation feststellen könne, liege wahrscheinlich auch an den trockenen Sommern der vergangenen Jahre, vermutet er. Diese hatten den Nebeneffekt, dass es weniger Mücken gab. „Es könnte sein, dass sich die Population erst mal erholen muss“, sagt Koth-Hohmann.

„Wir haben keine Mückenplage“

Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), bestätigte das Mitte Juni gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und gab für dieses Jahr Entwarnung: „Wir haben keine Mückenplage.“ Das Gefühl, im Freien von besonders vielen Blutsaugern umschwärmt zu werden, liege eher an der Erinnerung an die beiden trockenen und warmen Vorjahre, die für die Vermehrung von Mücken eher ungünstig waren.

Die Bedingungen in diesem Jahr würden nun hingegen zu einem „ganz normalen Mückenjahr“ führen, sagte die Biologin.

Über 50 Arten von Stechmücken unterscheiden die Insektenforscher in Deutschland. Sie ernähren sich über Pflanzensäfte und Nektar. Es sind nur die Stechmücken-Weibchen, die Blut aufsaugen. Das darin enthaltene Protein, also das Eiweiß, brauchen sie für ihre eigene Ei-Bildung.

Forscher lassen sich Mücken aus ganz Deutschland zuschicken

Um mehr über Vorkommen, Verbreitung und Biologie der verschiedenen Arten in Deutschland zu erfahren, haben Forscher den Mückenatlas ins Leben gerufen. Sie setzen dabei auf die Mithilfe von Bürgern, die Mücken einfangen und ans Leibnitz-Zentrum für Agrarlandforschung (ZALF) schicken sollen.

Die Forscher möchten so herausfinden, wo und wann welche Stechmückenarten in Deutschland vorkommen, ob diese Krankheitserreger weitergeben können und welche nicht-einheimischen Arten bereits hier existieren.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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