Im Berghofer Zentrum legen Dauerparker die Stellplätze an der Einkaufsstraße lahm

mlzParkärger in Berghofen

Die einen ärgern sich über Dauerparker, die anderen brauchen einen Parkplatz für ihren Job. Die Politik hat auch schon eine Lösungsidee, die die Stadt aber noch nicht umgesetzt hat.

Berghofen

, 04.04.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wolfgang Greschke hat so langsam aber sicher den Kaffee auf. Wenn der Hausmeister der Busenberg-Grundschule morgens mit seinem Hund entlang der Berghofer Straße geht, ist schon fast jeder Parkplatz besetzt. Und das, obwohl die Geschäfte noch lange nicht geöffnet haben. „Ein Teil der Wagen, die hier stehen, die stehen auch noch heute Abend hier“, sagt Greschke.

Eigentlich könnte ihm das ziemlich schnuppe sein, wäre da nicht auch ein persönliches Problem, das den Berghofer umtreibt. Wolfgang Greschke hat ein Kind mit körperlichen Einschränkungen. Und das wird von seinem Vater regelmäßig zur Physiotherapie gefahren. Zu einer Praxis, die ebenfalls an der Berghofer Straße liegt. „Parkplätze finden Sie dort fast nie“, sagt Wolfgang Greschke. „Ich bin gezwungen so zu parken, wo es eigentlich nicht erlaubt ist. Ich werde da aber geduldet, weil die Leute mich kennen“, sagt Greschke.

Seit dem Umbau des Ortskerns tritt das Parkproblem auf

Seit dem Umbau des Ortskerns, der 2017 abgeschlossen wurde, sei das Problem immer öfter aufgetaucht. „Ich habe schon mit einigen Geschäftsleuten gesprochen, die ärgern sich auch über die Dauerparker“, sagt Greschke. Aber nicht für jeden scheint dies ein Problem zu sein. „Wo sollen wir denn sonst unsere Autos abstellen?“, fragt eine Verkäuferin an der Berghofer Straße. Es gebe einfach nicht genügend Parkplätze.

Auf dem REWE-Parkplatz gibt es schon eine zeitliche Begrenzung.

Auf dem REWE-Parkplatz gibt es schon eine zeitliche Begrenzung. © Jörg Bauerfeld

Dazu kommt noch das Fehlen von Behindertenparkplätzen. Obwohl sie zahlenmäßig vorhanden sind. Nur eben nicht an den richtigen Orten, so zumindest die Meinung von Wolfgang Greschke - und er hat auch gleich ein Beispiel parat. So gab es vor dem Umbau des Ortskerns und der Neusortierung der Parkplätze vor der Praxis von Dr. Martin Jansen-Siemon einen Behindertenparkplatz. „Das machte ja auch Sinn“, sagt Wolfgang Greschke. Nun ist das Schild verschwunden, das für den Parkplatz eine Sonderregelung vorsah. Jetzt ist es ein normaler Parkplatz - und auch immer wieder von Dauerparkern belegt.

Zeitliche Begrenzung wird gefordert

„Es muss für die Parkplätze einfach eine zeitliche Begrenzung her“, sagt Greschke - und rennt bei der örtlichen Politik offenen Türen ein. „Wir sind den Bereich an der Berghofer Straße mit zwei städtischen Bediensteten komplett abgegangen“, sagt Dirk Mayer (CDU) . Und bei diesem Termin habe man sich einvernehmlich darauf geeinigt, an welchen Parkplätzen zeitliche Beschränkungen kommen. „Das war im Sommer letzten Jahres“, sagt Mayer. Ein gutes Beispiel auch für unerledigte Anträge, von denen es eine Liste gibt, die der Bezirksvertretung Aplerbeck vorliegt.

Erklären kann sich Mayer auch nicht, warum das Thema noch nicht umgesetzt ist. „Wir hatten auf dem Termin eine absolute Einigung erzielt“, sagt Mayer. Auf diesem besagten Termin ging es auch um einen Überweg in Höhe der Sparkasse im Ortskern. Der wird von den Bürgern vehement gefordert. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Vom alten Feuerwehrgerätehaus, dem Steigerturm, führt hier ein Fußweg in Richtung Berghofer Straße. Gegenüber liegen die Sparkasse, ein Seniorenzentrum und das Wohngebiet am Fasanenweg. Hier queren viele Bürger die Straße und hier gab es vor dem Umbau auch eine Fußgängerinsel.

Auch die Politik fordert einen Überweg

Scheinbar wurde die einfach wegrationalisiert. „Wir sind in der Bezirksvertretung ganz klar der Meinung, dass hier auch wieder ein Fußgängerüberweg hin muss“, sagt Mayer. Nur die Stadt scheint da völlig anderer Meinung zu sein. Es liegt auch an einer fehlenden Beleuchtung - aber die war ja zuvor auch nicht da. Wie sagte eine Bürgerin, die beim Pressetermin zufällig vorbeikam? „Das war der größte Schwachsinn, dass sie uns diesen Überweg genommen haben.“

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