Im geteilten Gartenverein „Einigkeit“ gibt es viele Zuständigkeitsprobleme

mlzKleingarten-Ärger

Die rund 66 Gärten des Gartenvereins Einigkeit sind irgendwie ungleich verteilt. Zwei Drittel liegen auf Brackeler Gebiet, ein Drittel auf Aplerbecker. Und das sorgt für Probleme.

Aplerbeck

, 15.01.2019, 14:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist die Bundesstraße 1, die die Grenze zwischen dem Stadtbezirk Brackel und dem Stadtbezirk Aplerbeck kennzeichnet. Die Lauben des Gartenvereins Einigkeit verteilen sich dabei auf beide Seiten der Bundesstraße. Eigentlich kein Problem, sollte man meinen. Denn die viel befahrene Bundesstraße wird einfach zu Fuß „unterquert“.

Über die Aplerbecker Straße geht es vom südlichen Teil der Anlage (in Aplerbeck) in den nördlichen Teil (Brackel). Hier gibt es auch das Clubhaus. Die Trattoria Einigkeit. Aber zurück auf die Aplerbecker Seite. 24 Gärten gibt es hier, einen Weg, den zahlreiche Bürger auch nutzen, um auf die Leni-Rommel-Straße zu kommen, und es gibt einen Spielplatz. „Der wird zum großen Teil von Kindern aus der Umgebung genutzt“, sagt Jeanette Pesch, Vorsitzende des „zweigeteilten“ Vereins.

Der Gartenverein Einigkeit wird von der B1 in zwei Teile zerschnitten (rot und grün).

Der Gartenverein Einigkeit wird von der B1 in zwei Teile zerschnitten (rot und grün). © Grafik Klose

Aplerbecker Grüne wollen unterstützen

Und da es eine Einrichtung sei, die der Öffentlichkeit 24 Stunden zugänglich sei, gab es bei den Kleingärtnern die Überlegung, ob die Bezirksvertretung in Aplerbeck nicht helfen könne, den Spielplatz ein bisschen aufzuhübschen. „Wir würden hier gerne eine neue Wippe haben“, sagt Jeanette Pesch. Der Meinung sind auch die Grünen in der Bezirksvertretung Aplerbeck. Die ist nämlich für den Teil des Gartenvereins zuständig, der südlich der B1 liegt. Gleich zwei Anträge haben die Grünen in der BV Aplerbeck auf den Weg gebracht – zweimal bekamen sie eine herbe Abfuhr der anderen Fraktionen.

Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. „Es ist bedauerlich, dass SPD und CDU keine Begründung für ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Gartenverein genannt haben“, sagt Benjamin Beckmann (Grüne). Wurde von den beiden großen Fraktionen (SPD und CDU) zumindest nach dem ersten Grünen-Antrag noch eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, ob der Weg auch für die Öffentlichkeit immer zugänglich sei und damit auch der Spielplatz erreichbar, gab es nach dem zweiten Versuch der Grünen keine Begründung mehr für die Ablehnung vonseiten der BV-Mitglieder.

Zuschüsse ungleich verteilt

Dabei steht die Bezirksvertretung in Aplerbeck Gartenvereinen eigentlich positiv gegenüber. So wurden beispielsweise in der Sitzung am 16. November 2016 dem Gartenverein „Fröhliche Morgensonne e. V.“ 6000 Euro aus den Haushaltsrestmitteln der Bezirksvertretung Aplerbeck als Zuschuss für die Sanierung des Kinderspielplatzes auf dem Gelände der Gartenanlage zur Verfügung gestellt. „Hier wird für uns mit zweierlei Maß gemessen“, sagt Beckmann.

Um dem Gartenverein Einigkeit zumindest symbolisch zu helfen, gab es von Mitgliedern der Grünen-Fraktion in der Bezirksvertretung Aplerbeck einen kleinen Geldbetrag, den Jeanette Pesch auch dankbar entgegennahm. Aber wie geht es nun weiter mit dem Teil der Garten-Anlage, der auf Aplerbecker Gebiet liegt? „Wir werden es natürlich auch weiter bei der Bezirksvertretung in Aplerbeck versuchen“, sagt Jeanette Pesch. Denn ansonsten wird es wohl nichts mit der erhofften Wippe. Zwar unterstützt der Stadtverband Dortmunder Gartenvereine die Gärten auf Dortmunder Gebiet auch finanziell, die 3500 Euro für die gewünschte Wippe sind hier aber auch nicht allein zu stemmen.

Eine Seite Brackel, die andere Seite Aplerbeck

Und das Geld einfach von der anderen Seite der Gartenanlage (in Brackel) abziehen? Wenn es sich um finanzielle Mittel der Gartenfreunde handelt, kein Thema. Mittel aus der Bezirksvertretung Brackel können jedoch nicht auf Aplerbecker Gebiet verbaut werden. Dabei gehen die Brackeler Politiker mit allen Gartenvereinen gleich um – zumindest, was das Geld angeht.

So stellte die Bezirksvertretung in Brackel dem Stadtverband Dortmunder Gartenvereine für das Jahr 2018 einen Etat in Höhe von 40.000 Euro zur Verfügung. Diese Mittel sind gebunden zur Unterstützung der 17 Gartenvereine im Stadtbezirk Brackel zwecks Sanierung von Wegen und Spielplätzen. Davon kann man sich auf der südlichen Seite der „Einigkeit“ leider nichts kaufen – nur auf der nördlichen.

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