Im Untergrund geht's rund

Hörde Wo gehobelt wird, da fallen Späne - und in Hörde wird gerade mächtig gehobelt. Der Marksbach, der Lohbach und der Hörder Bach werden im Zuge der Emscher-Renaturierung vom Schmutzwasser gereinigt.

03.07.2008, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Untergrund geht's rund

Und da dies nicht mit Schüppchen und Eimer geht, sondern ein neues Kanalsystem benötigt wird, welches das Schmutzwasser von dem Reinwasser trennt, wühlen sich Bagger durch den Hörder Untergrund. Über 1300 Meter Rohre werden zu diesem Zweck unter die Erde gebracht.

"Die meisten Rohre werden unterirdisch im Vortriebverfahren gelegt", erklärt Franz-Josef Rüter (Foto) von der Emschergenossenschaft

Die Autofahrer werden es schon bemerkt haben. Vor allem die, die sich täglich über die Benninghofer Straße in Richtung Hörde quälen. Der Grund für den zähfließenden Verkehr sind zwei Schachtbauwerke, die für die unterirdische Bauweise der Kanalsysteme notwendig sind.

Verkehrsbehinderung

"Die Verkehrsbehinderungen in diesem Bereich werden noch bis Ende des Jahres andauern", so Rüter. Insgesamt 15 Schachtbauwerke werden zwischen der Straße Am Lobach und der Benninghofer Straße in die Tiefe getrieben. Am Lohbach, mitten auf einer Wiese, entsteht zudem gerade ein riesiges Überlaufbecken. Die Spundwände stehen schon, "später wird man hiervon nicht mehr viel sehen. Es wird alles überbaut", so Rüter.

Neben den Bautätigkeiten zwischen Lohbach und Hörde-Zentrum (Baulos 1, Baubeginn war im Mai) werden ab August 2008 noch zwei weitere Baustellen im Stadtgebiet eröffnet.

An der Ecke Am Marksbach / Benninghofer Straße wird in wenigen Wochen ebenfalls eine Grube für ein Schachtbauwerk in die Erde getrieben, um die neuen Kanalröhren unterirdisch voranzutreiben. Verkehrsbehinderungen sind nicht ausgeschlossen. Hier sollen die Arbeiten im Juni 2009 abgeschlossen sein. Der dritte Bauabschnitt wird einen Bereich an der Hörder Bahnhofstraße betreffen. Ab August geht es hier zu Werke, ein neuer Abwasserkanal muss verlegt werden, der dem Schmutzwasser im Hörder Bach den Kampf ansagt. Zwei Schachtbauwerke sind nötig (in Höhe des Aldi-Marktes) - mit zeitweisen Behinderung ist zu rechnen.

6,5 Millionen Euro

Laut Emschergenossenschaft sind die Kanalbaumaßnahmen in diesem Bereich bis zum Januar 2009 abgeschlossen. Bis zum Jahr 2010 sollen die Gewässerumgestaltungsmaßnahmen, so der Fachbegriff, des Hörder Baches vollständig abgeschlossen sein.

Die Kosten des Projektes: rund 6,5 Millionen Euro. Das Ergebnis: ein sauberer Hörder Bach und zahlreiche genervte Autofahrer. jöb

www.emschergenossenschaft. de

<p>Die Spundwände für das Überlaufbecken Am Lohbach.</p>

<p>Die Spundwände für das Überlaufbecken Am Lohbach.</p>

<p>So sieht es auf dem Grund eines der Schachtbauwerke aus. Große Maschinen pressen die Rohre im Vortrieb im Hörder Untergrund voran.  Bauerfeld</p>

<p>So sieht es auf dem Grund eines der Schachtbauwerke aus. Große Maschinen pressen die Rohre im Vortrieb im Hörder Untergrund voran. Bauerfeld</p>

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