Imker in Menglinghausen sichert mit einer Erfindung seine Bienenstöcke

mlzVandalismus

Nach einem Vandalismusschaden erfindet ein Imker aus Menglinghausen einen Schutz für seine Bienenstöcke. Wenn es gelingt, könnte seine Entwicklung zukünftig für viele Imker interessant sein.

von Rüdiger Barz

Menglinghausen

, 17.07.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Menglinghausen war die Nacht vom 19. auf den 20. Juni keine gute - zumindest nicht für Imker Marco Meyer. Die Zukunft eines Bienenvolkes ist noch offen, sagt der Hobbyimker: „Die Imkerei ist für mich seit vier Jahren eine Herzensangelegenheit und mein Beitrag für den Umweltschutz.“

Viel Kraft und Zeit investiert der Vater zweier Kinder in die Hege und Pflege seiner vier Bienenvölker. Am Morgen des Fronleichnamfeiertags erhielt er einen herben Rückschlag. „Ein Nachbar informierte mich am frühen Morgen, dass wohl der Wind eine Bienenbeute umgeweht hätte“, erzählt Meyer. Schnell sei er zu den versteckt stehenden Stöcken geeilt, berichtet Meyer. „Vom Wind kann so ein Stock gar nicht umgeworfen werden, dafür ist er viel zu schwer." Ergebnis: Tausende Bienen sind gestorben, die Königin ist weg und Honig wurde gestohlen. Das Überleben des Volkes ist ungewiss - eine Sicherung muss her.

Im Internet recherchierte der Imker nach Ideen zur Sicherung von Bienenbeuten. Doch es war nichts Passendes zu finden. Und einfach nur Metallbügel an die vorhandenen Paletten anzubringen, stellte sich als eine zu schwache Konstruktion heraus - mit einer Säge hätte sich das Holz leicht durchsägen lassen - es musste eine Sicherung aus Metall sein.

Gut vier Wochen hat es gebraucht, bis aus einer ersten Idee ein solides Produkt entstanden ist. Die Maße der Bienenstöcke waren vorgegeben. Der Zuschnitt von Rohren und Flachstahl war somit die leichtere Aufgabe. „In Serienproduktion kann ich selbst nicht gehen, dafür sind Bienenstöcke dann doch zu unterschiedlich. Tipps zur Umsetzung und welche Fehler man vermeiden sollte, die gebe ich gerne", sagt der Imker und ist auch dankbar für die Unterstützung seines Arbeitgebers.

Zukunft der Bienen ohne Königin ungewiss

Ob das Bienenvolk letztlich noch zu retten ist, weiß der passionierte Imker noch nicht. „Ich muss jetzt innerhalb von wenigen Wochen eine neue Königin züchten." Ein Bienenvolk bildet zwar ein sogenanntes Drohnenmütterchen (imkerlich: Afterweisel), aber das kann nicht für weiblichen Nachwuchs sorgen - das Volk wäre somit dem Untergang geweiht. „Und auch wenn ich eine Königin ausgebrütet bekomme, heißt das noch nicht, dass diese nach dem Hochzeitsflug auch zum Stock zurückkommt." Wenn alle Stricke reißen, mussMarco Meyer das Volk auflösen, damit die übrigen Bienen einen Unterschlupf im Nachbarvolk finden. Für die Zukunft wünscht sich Meyer, dass seine „Erfindung weiteren Schaden verhindern“ und er sich in Ruhe seinem Hobby widmen kann.

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