Immer mehr Rentner müssen jobben

Altersarmut

DORTMUND Ein 70-Jähriger als Kurierfahrer oder Produktionshelfer, eine 67-Jährige als Kellnerin oder Wäscherin – längst sind das keine Ausnahmen mehr. Immer mehr Rentner sind gezwungen, auch im höhen Alter arbeiten zu gehen.

von Von Achim Roggendorf

, 23.10.2009, 10:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alt und arm: Immer mehr Dortmunder Rentner jobben.

Alt und arm: Immer mehr Dortmunder Rentner jobben.

Die Witwenrente ist klein. „Vier Kinder habe ich großgezogen. Mein Leben lang für die Familie gesorgt. Jetzt bin ich 69 Jahre alt.“ Sträter erwartet in den kommenden Jahren eine deutliche Zunahme der Altersarmut in Dortmund. „Gerade vor dem Hintergrund sinkender gesetzlicher Rentenniveaus müssen wir davon ausgehen.“ Das deutsche Rentensystem sei nicht ausreichend gegen Armut im Alter gewappnet. Zurzeit sei die Lage noch solide und die Armutsquote von Ruheständlern vergleichsweise niedrig. Dies werde sich jedoch in 30 bis 40 Jahren ändern.

Künftig sehe es weniger gut aus um die Versorgung von Geringverdienern und der wachsenden Zahl von Menschen, die nicht durchgehend Rentenbeiträge gezahlt hätten. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Altersarmut zu einem Massenphänomen wird.“ Das größte Problem für Michael Bürger, Geschäftsführer vom verdi-Bezirk Dortmund, sind vor allem die Dumpinglöhne. „Mit einem viel zu niedrigen Einkommen lässt sich keine existenzsichernde Rente aufbauen. Von einer privaten Altersvorsorge ganz zu schweigen.“

Die Gewerkschaften fordern deshalb erneut, einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro einzuführen und diesen binnen kurzer Zeit auf 9 Euro anzuheben. „Die Rentenpolitik der letzten Jahre führt nicht etwa zur Entlastung der jungen Generationen, sondern trifft gerade sie mit aller Wucht.“ Die Lohnarmut von heute werde die Altersarmut von morgen.

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