Immer mehr Sturmschäden in Dortmund

Folgen der Gewitter

Blitzeinschläge, zahlreiche umgestürzte Bäume und große Probleme im Bahnverkehr: Auch am zweiten Tag nach dem großen Pfingst-Unwetter beschäftigt der Sturm die Dortmunder. Wir geben einen Überblick über alle Neuigkeiten des Tages.

DORTMUND

, 11.06.2014, 10:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

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Die gute Nachricht am Mittwochnachmittag im Hauptbahnhof: Die Züge nach Dresden, Lünen und Lüdenscheid fahren fahrplanmäßig ab. Die schlechte Nachricht: Das sind nur drei von 22 Verbindungen, die gerade auf dem großen Display zu lesen sind. Der Rest fällt aus (zehn Verbindungen), endet vorzeitig hier (drei Verbindungen) oder hat starke Verspätungen (sechs). Menschen blicken nach oben, schütteln die Köpfe, wenn man Ratlosigkeit abbilden müsste, hier würde man fündig. Ein alter Mann schlurft an den beiden langen Warteschlangen vorbei, die sich vor dem Info-Stand der Deutschen Bahn gebildet haben. „Da können sie den Bahnhof auch zu machen“, murmelt er halblaut vor sich hin.

Gute 36 Stunden nach dem Unwetter werden immer mehr Schäden nach dem schweren Gewittersturm in Dortmund sichtbar. In der Gartenstadt ist ein Baum regelrecht explodiert.

Äste und Stücke aus dem Stamm wurden durch einen Blitzeinschlag meterweit geschleudert. Meterlange, spitze Äste stecken in der Fassade eines Wohnhauses. Überall liegen Trümmer herum.

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Baum explodierte bei Blitzeinschlag

Ein Blitz hat beim Unwetter am Pfingstmontag einen fast 25 Meter hohen Baum zerfetzt. Äste schossen wie Pfeile in eine modernisierte Hausfassade, durchschlugen Fenster und beschädigten Autos. Das Haus an der Tucholskystraße in der Dortmunder Gartenstadt ist schwer beschädigt.
11.06.2014
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Die Wucht der wie Pfeile umher schießenden Pfeile hätte einen Menschen töten können.© Foto: Peter Bandermann
Äste durchschlugen auch Fenster. Verletzt wurde niemand - aber der Schock sitzt tief.© Foto: Peter Bandermann
Der Ast steckt fest in der Fassade.© Foto: Peter Bandermann
Dieser Ast steckt in der neuen Fassade des Mehrfamilienhauses.© Foto: Peter Bandermann
Adolf Hög saß im Arbeitszimmer am Computer, als der Blitz einschlug. "Dann bin ich vom Stuhl gefallen."© Foto: Peter Bandermann
Dieser fast drei Meter lange Ast steckt neben einem Fenster in der zweiten Etage.© Foto: Peter Bandermann
Der Blitz zersprengte den Baum und schoss Äste wie Pfeile in die Fassade des Hauses Tucholskystraße 2.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Mit den Schäden an der Oberfläche wurde das Innenleben der neuen Fassade sichtbar.© Foto: Peter Bandermann
Das Holz durchschlug die neue Fassade.© Foto: Peter Bandermann
Zerstörte Lampe an der Hausfassade: Auch hier schlug das Holz ein.© Foto: Peter Bandermann
Hier ist sichtbar, mit welcher Energie das Holz in die Fassade eingedrungen ist.© Foto: Peter Bandermann
Auch benachbarte Häuser wurden getroffen.© Foto: Peter Bandermann
50 Meter vom Blitzeinschlag enfernt gab es auch diesen Treffer.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Die Äste durchschlugen auch Fenster.© Foto: Peter Bandermann
Blick in den Garten des Mehrfamilienhauses.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Holzsplitter stecken in einem PKW.© Foto: Peter Bandermann
Der Blitz schlug in einem Baum hinter diesem Haus ein.© Foto: Peter Bandermann
Auch dieser PKW wurde beschädigt.© Foto: Peter Bandermann
Provisorisch repariertes PKW-Fenster.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Dieser Baum neigt sich nach dem Blitzeinschlag deutlich. Und steht immer noch.© Foto: Peter Bandermann
Die Feuerwehr konnte in der Nacht nur das Gröbste entfernen.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Überall in der Siedlung liegen Holzreste. Die Geschosse sind bis zu 100 Meter weit geflogen.© Foto: Peter Bandermann
Blick in den verwüsteten Garten des Hauses.© Foto: Peter Bandermann
Blick in den verwüsteten Garten des Hauses.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Schäden an der Fassade des Hauses Tucholskystraße 2 in der Gartenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Der Blitz zerfetzte den Baum in viele gefährliche Einzelteile.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf die Reste des hoch gewachsenen Baums.© Foto: Peter Bandermann
Der Blitz spaltete den Baum bis auf den Grund.© Foto: Peter Bandermann
Der Blitz zerstörte diesen Baum.© Foto: Peter Bandermann
Anwohner Rene Joachim hinter dem Haus an der Tucholskystraße. Bei allen seinen Nachbarn sind auch Elektrogeräte zerstört worden. Der 30-Jährige kritisiert das Krisenmanagement des Vermieters Viva West mit Hauptsitz in Gelsenkirchen.© Foto: Peter Bandermann
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Derweil startet unsere Redaktion eine Aktion, um den Helfern nach dem Sturm ein Dankeschön zu sagen. 

Wie die DSW21 mitteilt, muss die Stadtbahnlinie U41 voraussichtlich noch bis Mitte nächster Woche zwischen Grävingholz und Brambauer durch Busse ersetzt werden. Die Oberleitung muss auf einer Länge von rund 250 Metern vollständig erneuert werden.

Die Busse im Schienenersatzverkehr fahren morgens von der Haltestelle Grävingholz ab 3.51 Uhr im 20-Minuten-Takt, ab 21.01 Uhr dann halbstündlich ab Grävingholz bis Brambauer (erste Ankunft dort ist um 4.03 Uhr). Ab Brambauer fährt der erste Bus um 4.10 Uhr, der letzte um 0.30 Uhr. Die Busse halten in unmittelbarer Nähe der Stadtbahnhaltestellen.

Währenddessen kann die Linie U47 seit Dienstagabend wieder durchgängig bis Westerfilde fahren. Auch die Buslinien verkehren wieder weitgehend planmäßig. Zu Einschränkungen kommt es noch in Mengede im Bereich Amtshaus. Punktuell sind auch in der Nähe des Induparks immer wieder Abweichungen möglich, weil noch Äste beseitigt werden müssen.

Seit Mittwochmorgen, 6 Uhr, ist die Feuerwehr wieder damit beschäftigt, mit Drehleitern lose Äste aus Baumkronen zu entfernen. Die meisten dieser Einsätze sind bereits am Dienstag gesichtet und abgesperrt worden, um die Gefahr durch herunterfallende Äste zu minimieren. Am Mittwochmorgen standen noch rund 80 Einsätze zur Bearbeitung an. Bis in den Nachmittag wird die Feuerwehr also mit den Folgen des Unwetters von Pfingstmontag beschäftigt sein. Gegen 3.15 Uhr am Mittwochmorgen schlug bei einem kleineren Gewitter ein Blitz in einen Dachstuhl an der Waltroper Straße ein. Zu einem Feuer kam es nicht, es war nur etwas Rauch zu erkennen. Außerdem hatte der Blitz "eindeutige Spuren am Dachgebälk hinterlassen", so die Feuerwehr. Nach eingehender Kontrolle waren keine weiteren Maßnahmen notwendig. Eine 53-jährige Bewohnerin ist vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden.

Zwischen 3 und 5 Uhr wurden der Feuerwehr außerdem einige überflutete Straßen gemeldet. An der Lindenhorster Straße mussten mehrere verstopfte Gullys gereinigt und gespült werden, damit das Regenwasser abfließen kann. Zu ähnlichen Situationen kam es auch auf der Varziner Straße in Huckarde oder der Mengeder Straße. Währenddessen herrscht weiter Ausnahmezustand am Hauptbahnhof. Das Service-Personal hat weiterhin alle Hände voll zu tun, weil der Zugverkehr in ganz Nordrhein-Westfalen nur eingeschränkt läuft. Vor dem Bahnhof stehen die Reisenden in mehreren Reihen an der Straße, um die wenigen Taxen zu ergattern.

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