Schulleiter schlagen Alarm: E-Scooter blockieren Rettungswege

mlzGroßes Gefahrenpotenzial

Auf dem Gelände des Robert-Bosch-Berufskollegs und des Robert-Schuman-Berufskollegs sorgen E-Scooter für Ärger. Die Schulleiter wollen die Zustände nicht länger hinnehmen.

Unionviertel

, 22.01.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Probealarm brachte den Beweis: Im Ernstfall versperren überall auf dem Berufsschul-Areal am U abgestellte und abgelegte E-Scooter die Rettungswege oder werden zu gefährlichen Stolperfallen. Als eine nicht hinnehmbare Gefahr für die insgesamt 6500 Schüler bewerten die Schulleiter der Berufskollegs die Situation.

„Mal liegen da zwei herum, an anderen Tagen zählen wir 20 Scooter", sagt Rolf Janßen, Schulleiter des Robert-Schuman-Berufskollegs. Immer wieder blockierten die Roller Fluchtwege oder seien direkt vor Eingangstüren der Schulen abgestellt.

Das Ganze habe im Sommer 2019 angefangen, mittlerweile habe sich laut Janßen die Situation weiter zugespitzt.

Aufräumen löst Alarmanlagen aus

Zwar seien regelmäßig die Schul-Hausmeister auf dem Gelände unterwegs, um die Elektro-Roller wegzuräumen, aber dies sei mit einer erheblichen Lärmbelästigung verbunden. Denn der Diebstahlalarm der Vehikel löse dann aus.

„Das laute Piepen lässt sich nicht abstellen, man muss lange warten, bis die Alarmanlagen der E-Scooter von allein Ruhe geben", sagt Rolf Janßen.

Um der wild abgestellten Rollern Herr zu werden, haben sich Janßen und Markus Herber, Schulleiter des Robert-Bosch-Kollegs, nun an die Bezirksvertretung Innenstadt-West gewandt.

Parkverbotszonen gefordert

Die Politik soll zwischen den Schulen und den E-Scooter-Anbietern vermitteln. Herber und Janßen fordern, dass Circ und Lime das Schulgelände als Verbotszonen ausweisen sollen.

Sofern der betreffende Bereich ums U im Speicher der E-Scooter als Verbotszonen hinterlegt würde, schalteten diese automatisch ab. Es wäre nicht mehr möglich, sie abzumelden, wenn sie auf dem Schulgelände abgestellt würden. Wer das ignoriert, müsste während des ganzen Schultags weiter für die Nutzung des Rollers zahlen.

„Für andere Bereiche in Dortmund wie zum Beispiel dem Friedensplatz funktioniert das doch auch", meint Rolf Janßen.

Bezirksvertretung als Mittler

Kontakt zu den E-Scooter-Anbietern hätten die Berufsschulen bisher nicht gesucht.

Der Weg über die Bezirksvertretung sei laut Janßen der erste Schritt, um das Problem anzugehen. Man vertraue darauf, dass die Politik im steten Austausch mit den Anbietern stehe.

Nachtrag, 23. Januar, 9:45 Uhr: Nun hat sich Lime zu der Thematik geäußert und gibt bekannt, eine „No-Parking-Zone, also eine Abstell-Verbotszone, auf dem Gelände“ der Kollegs einzurichten. Eine Bemerkung kann sich Lime-Sprecher Florian Anders nicht verkneifen: „Das Problem hätte sich mit einer kurzen Bitte per E-Mail an unseren Kundenservice leicht lösen lassen.“

Lesen Sie jetzt