Ohne Abstand, ohne Maske. Solche Bilder wie beim Juicy Beats 2019 möchte unser Autor wieder sehen und unterstützt deshalb einen Vorschlag der Veranstaltungsbranche. © Oliver Schaper
Meinung

Impfpflicht für Großveranstaltungen – ich bin dafür!

Konzerte nur noch für Geimpfte und Genesene? Diesen Vorschlag haben die Veranstalter von Groß-Events nun selbst gemacht. Unser Autor befürwortet die Idee – aus guten Gründen.

Großveranstaltungen könnten bald nur noch von Geimpften und Genesenen besucht werden. Das schlägt zumindest Jens Michow, Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, vor. Ich finde, er geht damit einen Schritt in die richtige Richtung, den sich die Politik, trotz zuletzt einiger Vorstöße, bislang nicht traut.

Die Botschaft der Veranstalter: Wir brauchen Planungssicherheit und lassen uns nicht von den Leuten bremsen, die sich nicht impfen lassen wollen! Michow geht diesen Schritt aus wirtschaftlichem Zwang. Seine Branche leidet unter der Pandemie wie kaum eine Zweite. Strandkorb- oder Parkhauskonzerte mögen eine Möglichkeit sein, um sich ein wenig über Wasser zu halten. Großveranstaltungen wie Festivals und Konzerte mit tausenden Besuchern bleiben aber weiter ein Traum.

Bei Geimpften und Genesenen ist das Ansteckungsrisiko gering

Bei Großveranstaltungen, zumal bei welchen mit Musik oder Alkohol, geht es auch um Stimmung, um ein Lebensgefühl. Abstände könnten da nicht zuverlässig eingehalten werden. Das Risiko wiederum, dass bei Getesteten doch mal ein Infizierter dabei ist und ein Konzert zum Superspreader-Event wird, macht es unmöglich, Maskenpflicht und Abstandsregeln generell auszusetzen.

Da ist es nur konsequent, zu sagen: Konzerte und Co., vielleicht auch Stadionbesuche, dürfen nur für geimpfte oder genesene Besucher, Künstler und Mitarbeiter möglich sein. Bei ihnen ist das Risiko gering, dass sie sich anstecken, dass sie jemand anderen anstecken ebenfalls.

Veranstaltungen ohne Abstand und Masken wären so denkbar. Es wäre nicht nur ein wirtschaftlicher Zugewinn für die Branche, sondern vor allem ein atmosphärischer für die Besucher. Endlich wieder Menschen, die dicht an dicht zu Musik mitspringen, mittanzen, mitsingen.

Wer sich nicht impfen lassen möchte, darf sich später nicht benachteiligt fühlen

Endlich wieder Unbeschwertheit, die auch damit einherginge, dass das Risiko einer Infektion gering wäre. Neben mir steht schließlich entweder eine genesene oder geimpfte Konzertbesucherin.

Wenn nur Geimpfte und Genesene zu Konzerten dürfen, schließt man natürlich jene aus, die sich nicht impfen lassen wollen.

Nun: Dann ist das eben so!

Michow schlägt vor, ab September so zu verfahren. Bis dahin könnte jeder ein Impfangebot bekommen haben.

Es ist richtig, diesen Zeitpunkt abzuwarten. Aber danach als Geimpfter weiter verzichten? Wer sich nicht impfen lassen will, der will halt nicht – darf sich dann aber auch nicht benachteiligt fühlen.

Der Impfstoff liegt in den Kühlschränken

Denn: Die Eintrittskarte für Konzerte und Stadien liegt ausreichend in den Kühlschränken der Hausärzte und Impfzentren. Sie ist kostenlos. Wer sie nicht lösen möchte, kann zukünftig halt keine Großveranstaltungen besuchen.

Das ist übrigens ein Zustand, wie er aktuell für alle ist. Warum sollten wir uns also von Impfverweigerern – was auch immer nun deren Gründe sind – vorschreiben lassen, was geht und was nicht geht?

Fast hört man schon den Ruf: „Das ist aber nicht solidarisch. Wenn, dann müssen alle zu Konzerten dürfen!“ Natürlich wäre das wünschenswert. Solidarität bedeutet aber auch, anderen keine Chancen zu verbauen.

Schöneres Leben als Argument für die Impfung

Gegner einer Impfpflicht fordern, dass Menschen mit Argumenten überzeugt werden müssen und es keine Impfpflicht durch die Hintertür geben dürfe.

Nun – man kann es auch so sehen: Konzerte sind nichts Lebensnotwendiges – sie machen das Leben aber schöner. Und die Aussicht auf ein schöneres Leben kann doch durchaus ein gutes Argument sein für eine Impfung.

Über den Autor
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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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