37 Reihenhäuser geplant: Anwohner drohen mit Klage vor Verwaltungsgericht

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Die Anwohner der Straße In den Börten wehren sich weiter gegen den Bau von 37 Reihenhäusern und einem Kindergarten. Das Gelände, die Schleife in Brackel, wollen sie schützen.

Brackel

, 18.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anwohner der Straße In den Börten wehren sich weiter gegen den Bau von 37 Reihenhäusern und einem Kindergarten. Sie drohen nun mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gegen den Bebauungsplan oder mit einem Normenkontrollverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster.

Entsprechende Anwälte habe er schon herausgesucht, sagt Anwohner Karl-Friedrich Coerdt. Dass so etwas durchaus Erfolg haben könnte, zeige das Beispiel der Kita an der Trippestraße in Dorstfeld. In diesem Fall hat das Verwaltungsgericht die Baugenehmigung nachträglich gekippt.

„Schleife hat eher einen Parkcharakter“

Besonders wichtig sei ihnen dabei der Umweltschutz, sagen sie. So schreibt Anwohnerin Tanja Berg: „Wie Luftbilder eindeutig darlegen, hat die Schleife eher einen Parkcharakter und diesen wollen wir schützen.“ Mehr als 80 Prozent des Bereiches bestehe aus einer Grünfläche mit einer Vielzahl an Bäumen, Sträuchern und sonstigen Pflanzen.

Es gebe eine Fülle an verschiedenen Vogelarten, Fledermäusen, Insekten, Bienen und Kleintieren, die dort ein nahezu unberührtes Gebiet haben, so Tanja Berg weiter. Es habe sich über Jahrzehnte ein schützenswerter Bereich mit einer Vielzahl an Pflanzen und Tieren entwickelt.

Auf diesem Luftbild ist die Schleife, die die Straßenbahn früher fahren musste, noch gut zu erkennen. Anwohnerin Tanja Berg sagt: „Das ist keine Brache, das ist ein Park.“ Links die Straße In den Börten.

Auf diesem Luftbild ist die Schleife, die die Straßenbahn früher fahren musste, noch gut zu erkennen. Anwohnerin Tanja Berg sagt: „Das ist keine Brache, das ist ein Park.“ Links die Straße In den Börten. © Tanja Berg

Die Schleife sei schon immer (auch als sie noch als Wendepunkt für die Straßenbahn genutzt wurde) ein Paradies für Kleintiere gewesen. Nachdem die Stadtwerke den Betrieb eingestellt und seither die Fläche nicht mehr gepflegt haben, sei ein natürlicher Wildwuchs entstanden, der auch für Bienen gut sei.

Anwohner Horst Eichner fragt sich, warum anderswo (zum Beispiel an der Belle-Alliance-Straße in Lindenhorst) der Wert einer einzelnen Platane als so hoch angesehen werde, dass dort kein dringend benötigter Parkplatz angelegt werden kann, In den Börten aber problemlos 30 Bäume abgeholzt werden können.

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Weitere zentrale Punkte sind für die Anwohner die Zunahme des Autoverkehrs, die Lärmentwicklung und Probleme bei der Entwässerung. Trotz einer geplanten Haltebucht am Brackeler Hellweg werde wegen des Kindergartens viel mehr Verkehr durchs Wohngebiet fließen. Eichner: „Alle, die von Norden kommen, fahren die Einrichtung ja nicht über den Brackeler Hellweg an, sondern über die Balsterstraße.

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Und natürlich entstehe durch die 37 Reihenhäuser viel mehr Lärm. Es sei zudem fraglich, ob den Kindern im Kindergarten die Nähe zum ohnehin lauten Brackeler Hellweg gut tue. Und zur Entwässerung: Es komme schon jetzt zu Keller-Überflutungen. „Wie soll das erst bei noch mehr Häusern werden?“, fragt Eichner.

Friedrich Coerdt: „Städtebauliche Experten empfehlen als Zukunftsmodell eine aufgelockerte Anordnung der Häuser in neuen Wohngebieten. Davon sind wir hier aber weit entfernt.“

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