Anwohner wehren sich massiv gegen Wohnungsbau am Brackeler Hellweg

mlzKritik an Bauvorhaben

Der geplante Wohnungsbau an der Straße In den Börten direkt am Brackeler Hellweg in Dortmund ist den Anwohnern ein Dorn im Auge. „Hier wird alles getan, um den Investor zufriedenzustellen.“

Brackel

, 05.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der geplante Wohnungsbau an der Straße In den Börten in Dortmund-Brackel ist wieder Thema. Die Stadt lehnt die von der Bezirksvertretung Brackel geforderte zusätzliche Zufahrt vom Hellweg aus zum geplanten Baugebiet In den Börten ab.

Das ist einer der zentralen Punkte, mit dem sich die Bezirksvertretung in der Sitzung am Donnerstag, 12. März (16 Uhr), im Kultur- und Bildungszentrum Balou an der Oberdorfstraße 23 zu befassen hat. Es geht dabei um die von Investor Peter Potthoff lang ersehnte Aufstellung des Bebauungsplanes, der Voraussetzung für den Baubeginn ist.

Stadt befürchtet Schleichverkehr

Bei einer Anbindung des Baugebiets an den Hellweg und an die Straße In den Börten sei zu befürchten, so die Verwaltung, dass dort Schleichverkehr entstehe und die angestrebte Mischverkehrsfläche in diesem Bereich konterkarieren würde.

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Das sieht die örtliche Anwohner-Initiative „Schleife Brackel“ um Karl-Friedrich Coerdt naturgemäß sehr kritisch. Tenor bei den Anwohnern insgesamt: „Hier wird alles getan, um den Investor Peter Potthoff zufriedenzustellen, aber nichts, um die Interessen der Anwohner zu berücksichtigen.“

Mehr Verkehr durch Bebauung

Wenn es keine zusätzliche Anbindung an den Hellweg gebe, werde der komplette Hol- und Bringverkehr für den Kindergarten, der für rund 100 Kinder ausgelegt sei, über die ohnehin schon schmale Straße In den Börten fließen.

Gegen einen Kindergarten habe er nichts, er habe selbst zwei Enkelkinder, aber man solle solche Einrichtungen doch dort bauen, wo auch viele Kinder leben – und das sei hier nicht der Fall. Hinzu komme natürlich das erhöhte Verkehrsaufkommen, das durch die Anwohner der neuen Häuser entstehe.

Die Fläche, die demnächst zum Baugebiet werden soll, sieht schon recht umgegraben aus: Eine Fachfirma prüft derzeit den Untergrund auf Schadstoffe

Die Fläche, die demnächst zum Baugebiet werden soll, sieht schon recht umgegraben aus: Eine Fachfirma prüft derzeit den Untergrund auf Schadstoffe. © Andreas Schröter

„Als wir hier damals gebaut haben“, so Coerdt, „mussten wir sieben Meter Abstand zur Straße halten. Das alles wird jetzt für Peter Potthoff außer Kraft gesetzt.“ Die geplante Bebauung passe auch aufgrund ihrer verdichteten Form gar nicht zur aufgelockerten Form der schon vorhandenen Bebauung In den Börten.

Weitere Ängste der Anwohner – auch derjenigen an der Balsterstraße und der Straße Auf dem Kranz – seien Schwierigkeiten bei der Entwässerung, weil die alten Kanäle künftig viel mehr an Abwasser zu bewältigen hätten.

Coerdt kritisiert weiter die Pläne des Investors und der Stadt, eine Sozialbindung von 100 Prozent vorzusehen. „Auch besserverdienende Familien suchen Wohnraum“, so Coerdt, „eine bessere Durchmischung der unterschiedlichen Bevölkerungsschichten sei in jedem Fall vorzuziehen.“

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Er selbst könne sich übrigens für die Fläche im Bereich Brackeler Hellweg/In den Börten mit ihrer Nähe zur Stadtbahnhaltestelle auch gut einen Park & Ride-Parkplatz vorstellen. Karl-Friedrich Coerdt kündigt an, dass die Anwohner gegen den Bebauungsplan, sollte er nun rechtskräftig werden, klagen werden.

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