In dieser Krippe hat auch ein „Fridays-for-future“-Aktivist seinen Platz

mlzAltkatholische Kirche

Josef, Maria und das Jesuskind im Stall. Die Hirten mit Ochs und Esel. Das ist das übliche Krippenbild. Anders in der Kirche St. Martin: Die Krippe zeigt Dortmund heute. Hier die Bilder:

Kley, Dortmund

, 29.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Wort des Heiligen Franziskus hat Robert Geßmann zu dieser Jahreszeit schon immer besonders angesprochen: „Baut Krippen zum Lobe des Herrn. Aber baut sie nach eurer Heimat.“ Robert Geßmann ist Pfarrer der Altkatholischen Gemeinde St. Martin am Kleyer Weg. Und dort steht nun eine Krippe ganz im Sinne von Franziskus: die Dortmunder Stadtkrippe.

Die ungewöhnliche Krippe kann zu den Gottesdiensten am Sonntag (Beginn: 10.45 Uhr) in der Kirche, Kleyer Weg 92, besucht werden. Eröffnung ist am Samstag (30.11.), um 17.30 Uhr.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Stadtkrippe in der Altkatholischen Gemeinde St. Martin

Mit der "Dortmunder Stadtkrippe" holt die Altkatholische Gemeinde St. Martin die Bedeutung von Advent und Christi Geburt in den Alltag des Jahres 2019 in Dortmund.
29.11.2019
/
Auf einer großen Holzplatte haben Robert Geßmann und Mitglieder der Gemeinde die Stadtkrippe aufgebaut. Den Förderturm bastelte ein Bergmann aus Selm. Die Lore fand er im Internet bei einem Sammler in Wattenscheid. Den Kiosk bastelte Geßmanns Vater. Ein Gemeindemitglied nähte die Kleidung für die Figuren. Jedes Detail ist durchdacht.© Stephan Schuetze
Die Kulisse ist eine Klebefolie des Stadtmarketings – mit farbigen Akzenten. Eine Litfaßsäule, das Dortmunder Nashorn, ein Gasthaus, der Weihnachtsbaum und Kirchen bilden die Stadtszene. Jede Ecke erzählt eine kleine Geschichte, die an jeder Stelle in der Stadt spielen könnte. Das verdeutlicht der Stadtplan.© Stephan Schuetze
Ein Baum vor dem Europabrunnen in der City. Hunde, die daran angeleint sind. Davor eine Bank, die – noch unbesetzt – zum Verweilen einlädt. Rast im Alltag. Eine alltägliche Szene. Ein oberflächlicher Blick reicht nicht aus: Besucher brauchen ein wenig Zeit, um all die kleinen Geschichten auf sich wirken zu lassen.© Stephan Schuetze
Vergangenheit und Gegenwart – in der Lore sind sie nah beieinander. Die staubige Kohle steht für den Schmutz des Alltags, in den Christus an Weihnachten geboren wird. Die Krippe kann zu den Gottesdiensten am Sonntag (Beginn: 10.45 Uhr) in der Kirche, Kleyer Weg 92, besucht werden. Eröffnung ist am Samstag (30.11.), um 17.30 Uhr.© Stephan Schuetze
Ein Obdachloser steht an einem Kiosk. Ein Stehtisch, Flaschen, Bierkrüge sind zu sehen – die Detailtreue beeindruckt. Der Obdachlose steht in einem Ring aus Stacheldraht. Der Draht hält ihn in seiner Lebenssituation gefangen. An Weihnachten begegnet er einer Person, die ihn aus dieser Dunkelheit herauslöst.© Stephan Schuetze
Ein weiteres Detail der Stadtkrippe: Im Juni 2019 prägten die grün-weißen Fahnen des Evangelischen Kirchentags das Stadtbild. Ökumene hat in der Altkatholischen Gemeinde eine große Bedeutung. Daher hat auch der Kirchentag seinen Platz in der Szenerie der Stadtkrippe.© Stephan Schuetze
Die Stadtkrippe zeigt viele bekannte Motive aus dem gesamten Dortmunder Stadtgebiet.© Stephan Schuetze
Die Krippe kann zu den Gottesdiensten am Sonntag (Beginn: 10.45 Uhr) in der Kirche, Kleyer Weg 92, besucht werden. Eröffnung ist am Samstag (30.11.), um 17.30 Uhr.© Stephan Schuetze

Der Hintergrund zeigt die Stadt-Silhouette: mit Westfalenstadion und -halle, Reinoldikirche und Dortmunder U. Der Boden ist ein Stadtplan. Es ist eine Krippe des Jahres 2019: In der Kulisse hängt eine Fahne des Kirchentags.

Mittendrin: ein Fördergerüst. Und eine Lore mit staubiger Kohle – ein Sinnbild. „In diesen Dreck wird Christus hinein geboren“, verweist Geßmann auf Weihnachten. „Ställe haben wir hier nicht, Dortmund ist keine agrarische Stadt.“

Figuren verkörpern soziale Herausforderungen

Den Dreck des Alltags, die sozialen Herausforderungen, verkörpern Figuren: vier an der Zahl – jede für einen Adventssonntag und Thema der jeweiligen Predigt. Sie stehen in einem Ring aus Stacheldraht. Ein Obdachloser, ein Flüchtling, eine trauernde Frau, ein Aktivist von Fridays for Future, der sich mit seinen Gleichgesinnten alleine fühlt.

„An Weihnachten“, sagt Geßmann, „bekommen die vier Personen eine Begegnung mit einer anderen Person, die sie aus der Dunkelheit herauslöst.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt