Ein Forscher zeigt, wie ein PCR-Test für die Analyse auf Mutationen des Coronavirus vorbereitet wird. © dpa
Coronavirus

In Grafiken erklärt: Die 6 Monate mit Virusvarianten in Dortmund

Vor einem halben Jahr sind erstmals Corona-Mutationsfälle in Dortmund bekannt geworden. Aber niemand weiß genau, wie groß die Rollen der einzelnen Varianten sind. Infografiken geben Hinweise.

Nach langem Winter-Lockdown waren die Corona-Fallzahlen im Laufe des Januars endlich gesunken, die 7-Tage-Inzidenz fiel nach einem Vierteljahr erstmals wieder unter 100. Und dann kam die erste Virusmutation nach Dortmund. Am 3. Februar hat die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass die britische Alpha-Variante die Stadt erreicht habe. Das ist nun ein halbes Jahr her.

Mit der weiteren Verbreitung dieser ansteckenderen Variante sind die Fallzahlen im Frühjahr wieder deutlich angestiegen. Die Inzidenz kletterte über 200, sogar die nächtliche Ausgangssperre wurde nötig. Ende Mai hatten rund vier von fünf Corona-Infizierte nachweislich diese Mutation des Virus. Doch ein halbes Jahr nach Auftreten der ersten Alpha-Fälle macht diese Variante nun, im August, nur noch einen kleinen Teil aller Corona-Infektionen aus.

Eine Bezifferung, welchen Anteil welche Mutation genau ausmacht, ist nicht tagesaktuell möglich. Erst mehrere Tage nachdem eine Infektion gemeldet wird, erfährt man durch die aufwendige Sequenzierung, um welche Variante es sich gehandelt hat. Und damit die Labore nicht überfordert werden, werden einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums zufolge nur zehn Prozent der Positivproben eingeschickt.

Beta- und Gamma-Ausbrüche wurden verhindert

Doch auch ohne die Dunkelziffer zeigt sich schon ein auffälliger Trend. Damit vor allem in Zeiten mit wenigen Infektionen Ausreißer bei Nachmeldungen das Gesamtbild nicht verzerren, betrachten wir jeweils Durchschnittswerte der vergangenen zwei Wochen. Ab der bekannt gewordenen Ansteckung gelten Patienten 14 Tage lang als infiziert, ebenso lang kann der Zeitraum der Sequenzierung dauern.

Der 6. April war in dieser Zählweise der Tag, an dem erstmals exakt 50 Prozent der aktuellen Corona-Infektionen der Alpha-Variante zugeschrieben wurden. Ende Mai lag das Verhältnis etwa bei 80 zu 20. Ganz vereinzelt wurden auch Fälle der südafrikanischen Beta- und brasilianischen Gamma-Variante bekannt. Ausbrüche konnten aber verhindert werden, sodass sie nie mehr als 1 Prozent der Fälle ausgemacht haben.

Doch am 11. Juni ist erstmals ein Dortmunder Fall der indischen Delta-Variante bekannt geworden. Deutlich schneller als es bei der Alpha-Mutation der Fall war haben die Delta-Fälle Überhand genommen. Spätestens seit Mitte Juli bestimmen sie definitiv mehr als die Hälfte aller Infektionen - Tendenz steigend.

Mitte Juni habe eine Auswertung eines großen überregional tätigen Dortmunder Labors laut Gesundheitsamt bereits einen Anteil von über 90 Prozent für die Delta-Variante ergeben. Dabei ist der erste Dortmunder Fall erst am 11. Juni überhaupt bekannt geworden.

Wichtig für die Betrachtung ist auch die Gesamtzahl aller Infektionen zu den verschiedenen Zeitpunkten. Zu Beginn der Delta-Ausbreitung hatte es teils weniger als 100 aktuell Corona-Infizierte in Dortmund gegeben. Mit einer relativ geringen Zahl an Delta-Infektionen war schon die Hälfte aller Fälle erreicht. Im Februar, als die britische Mutation kam, hat es insgesamt sechsmal so viele Fälle gegeben.

Die allermeisten Alpha-Fälle sind bereits genesen

So kommt es, dass am Mittwoch (4.8.) seit Beginn der Aufzeichnung 6081 Fälle mit Virusvarianten bekannt wurden, von denen „nur“ 222 zur Delta-Mutation gehören. 5845 Mal sind bislang Alpha-Fälle nachgewiesen worden - die allermeisten der betroffenen Personen sind inzwischen aber bereits genesen.

Stadtsprecherin Katrin Pinetzki sagt: „Eine Ausbreitung der Infektionen mit dem Coronavirus und seinen Mutationen kann nur verhindert werden, wenn die Bereitschaft zur Impfung weiterhin und zugleich schnell steigt.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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