Industriegebiet für Lkw-Hersteller: In Waltrop wächst der Optimismus

mlzIm Dicken Dören

Lange war es still um das geplante Industriegebiet „Im Dicken Dören“ an der Stadtgrenze zu Waltrop. Nun kommt wieder Bewegung in die Änderung des Regionalplans – mit einer Perspektive.

Groppenbruch

, 14.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Still ruht der Acker zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Groppenbach: Um die Waltroper Pläne für ein Industriegebiet an der Stadtgrenze war es lange Zeit ruhig. Nun kommt wieder Bewegung in das Verfahren.

Die Stadt Waltrop sucht einen neuen Standort für den Spezial-LKW-Hersteller Langendorf. Dessen Betriebsgelände am Rande der Innenstadt genügt vom Platz und den Produktionsabläufen her nicht mehr heutigen Bedürfnissen.

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Waltrop will seinen größten Industrie-Arbeitgeber in der Stadt halten und auf der ehemaligen Bergehalde am Rand von Groppenbruch ansiedeln. Dafür hat sie eine Änderung des noch gültigen Regionalplans beim Regionalverband Ruhr (RVR) beantragt.

Fällt die Entscheidung im Sommer?

Parallel stellt der Zusammenschluss der Ruhrgebietskommunen einen neuen Regionalplan auf. Weil es zur ersten Fassung 5000 Eingaben gab, hatte der RVR acht Änderungsverfahren zum gültigen Regionalplan ausgesetzt. Wie RVR-Sprecher Jens Hapke auf Anfrage dieser Redaktion erklärt, habe der Verband seine Maxime geändert. „Regionalplanänderungsverfahren werden wieder parallel zur Neuaufstellung des Regionalplans Ruhr mit Nachdruck bearbeitet.“

Auch den Antrag der Stadt Waltrop, die landwirtschaftlich genutzte Fläche am Rande Groppenbruchs in ein Industriegebiet umzuwidmen: Das Verfahren wolle der RVR „voraussichtlich noch in diesem Jahr“ abschließen.

Industriegebiet für Lkw-Hersteller: In Waltrop wächst der Optimismus

Still liegt der Acker zwischen Kanal und Groppenbach. Hier soll das Industriegebiet Im Dicken Dören hin. © Stephan Schuetze

Waltrops Bürgermeisterin Nicole Moenikes wird noch konkreter: Bereits im Juni werde die Verbandsversammlung der Ruhrgebietskommunen über die Änderung entscheiden, erklärt sie. Und ist optimistisch, dass das Gremium im Sinne Waltrops entscheidet. „Wir treiben die Planungen voran. Die Bauleitplanung läuft bereits parallel.“

Aktionsbündnis sieht die Entwicklung „ganz locker“

Stefanie Hugot ist Sprecherin des Groppenbrucher Aktionsbündnisses gegen die Ansiedlung. „Ich bleibe da ganz locker“, sagt sie im Gespräch mit dieser Redaktion. „Sollte die Verbandsversammlung der Änderung zustimmen, werden wir alles tun, die folgende Bauleitplanung zu verhindern.“ Immerhin gebe es dabei eine verpflichtende Beteiligung der Groppenbrucher.

Nicole Moenikes und Langendorf-Geschäftsführer Klaus P. Strautmann wollen schon vorher den Dialog mit den Anrainern suchen und deren Wünsche berücksichtigen. Gibt es womöglich einen Kompromiss?

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Für Stefanie Hugot schwer denkbar. Sie verweist auf Lärm- und Lichtemissionen durch ein Industriegebiet. „Wie hoch soll ein Schutzwall denn sein? Die Mauer möchte ich sehen.“ Viel stärker verweist sie auf den regionalen Grünzug, der wichtig für Flora, Fauna und den Luftaustausch sei: „Den will der RVR doch nicht anfassen.“

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