Intensivbetten: Wie gut ist Dortmund im Vergleich zu anderen Städten?

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Wie ausgelastet die Intensivstationen in Dortmund sind, zeigt seit einigen Wochen das Intensivregister. Jetzt macht es auch den direkten Vergleich mit dem Dortmunder Umland möglich.

Dortmund

, 22.04.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine der drängendsten Fragen der Corona-Krise: Gibt es genug Intensivbetten und Beatmungsgeräte, um alle Covid-19-Patienten versorgen zu können? Von der Antwort auf diese Frage hängt auch ab, ob es in deutschen Krankenhäusern zu Extremsituationen wie in den USA oder in Italien kommen kann.

In Dortmund sieht es derzeit nicht danach aus. Das hat am Dienstag, 21. April, auch Birgit Zörner, Geschäftsführerin des Dortmunder Corona-Krisenstabs, betont: „Wir sind in der Lage, auch einen plötzlichen höheren Infektionsfall gut abzufedern“, sagte sie in einer Pressekonferenz der Stadt.

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Transparenz schafft in dieser Frage das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Es zeigt nicht nur an, wie ausgelastet die Beatmungsplätze in den Krankenhäusern gerade sind, sondern gibt auch Auskunft darüber, wie viele der Intensivbetten aktuell durch Covid-19-Patienten belegt werden.

Nur 5 Prozent der Intensivbetten sind durch Corona-Patienten belegt

Die Karte mit dem sperrigen Titel „COVID-19 Fälle pro ICU Bett aggregiert auf Kreisebene“ des Intensivregisters macht jetzt sogar einen Vergleich auf Kreisebene möglich.

Aktuell sind für Dotmund 288 Intensivbetten gemeldet, wie die DIVI auf Nachfrage mitteilt. Vor zwei Wochen waren es noch 250, offenbar wurde aufgestockt. Von diesen Betten sind seit Montag (20.4.) nur 15 durch Corona-Patienten belegt. Das entspricht einem Anteil von 5,2 Prozent.

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Die Stadt meldet sogar nur 13 Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden. Das liege daran, wie Stadtvertreter am Dienstag erklärten, dass die Krankenhäuser die Angaben oft zeitlich versetzt machen. Gleichzeitig kann sich kurzfristig ändern, ob ein Patient auf der Intensivstation liegt oder nicht. So kann es vorkommen, dass gegenüber dem Gesundheitsamt andere Angaben gemacht werden als gegenüber der DIVI.

Legt man die aktuellen Zahlen der Stadt zugrunde, sind 4,5 Prozent der Intensivbetten mit Coronapatienten belegt.

Höchste Auslastung südlich von Dortmund

Vergleichsweise entspannt ist die Lage auch in Dortmunds Nachbarkreisen und -städten. Im Kreis Unna gibt es aktuell zehn Personen, die auf der Intensivstation liegen. Das entspricht einem Anteil von 5,7 Prozent an der Gesamtheit der Intensivbetten. Im Kreis Recklinghausen sind sogar nur 2,6 Prozent der Intensivplätze belegt.

Den höchsten Wert in Dortmunds Nachbarschaft verzeichnet der Märkische Kreis: Hier gibt es am 21. April 20 Covid-19-Patienten, die insgesamt 14,6 Prozent der Intensivstationen belegen.

In Bochum gibt es aktuell genauso viele Corona-Intensivpatienten wie in Dortmund, doch in der Nachbarstadt machen sie gleich 6,8 Prozent der Intensivbetten aus. Denn in Bochum gibt es, den Zahlen des Intensivregisters zufolge, nur 220 Intensivbetten.

Weniger Intensivpatienten im Kreis Heinsberg als in Dortmund

Den höchsten Auslastungswert in NRW hat übrigens – wenig überraschend – der Landkreis Heinsberg. Hier sind 34,3 Prozent, also mehr als ein Drittel, der Intensivbetten ausgelastet. Dabei gibt es im gesamten Kreis gerade weniger Intensivpatienten als in Dortmund: Am Montag sind es zwölf Personen. Derselben Berechnung zufolge stehen damit nur 35 Intensivbetten im gesamten Kreis zur Verfügung.

In ganz NRW sind übrigens aktuell rund 8,4 Prozent der Intensivbetten durch Corona-Patienten belegt. 6440 Betten gibt es insgesamt, davon sind 3828 aktuell belegt – hauptsächlich jedoch durch andere Intensivpatienten und nicht durch Corona-Fälle.

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