Der Selbsttest gehört dazu, wenn in den Schulen Präsenzunterricht möglich ist. © picture alliance/dpa (Symbolbild)
Corona-Notbremse

Inzidenz in Dortmund fast bei 165: Wann können Schulen und Kitas wieder öffnen?

Die Corona-Inzidenz sinkt seit Tagen, Dortmund nähert sich langsam der Grenze von 165. Doch was heißt das? Öffnen Schulen und Kitas dann sofort wieder? Oder wann könnte das passieren?

Es geht weiter Richtung 165, wenn auch in kleinen Schritten. Hatten Stadt und Robert-Koch-Institut nach den Corona-Neuinfektions-Werten vom Donnerstag noch rund eine Sieben-Tages-Inzidenz von 173 ausgerechnet, ging es einen Tag später auf etwa 170.

Was bedeutet das für die Schulen? Können sie bald wieder vom Distanz- in den Wechselunterricht umstellen? Und können die Kitas bald auch ihre Angebote wieder etwas hochfahren?

In beiden Fällen die entscheidende Marke: 165. Allerdings ist es kompliziert.

Samstage zählen, Sonn- und Feiertage nicht

Damit die Notbremse für Kitas und Schulen außer Kraft tritt, muss die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 165 liegen. Geht es nur einmal wieder darüber, geht es zurück auf Start.

Der Samstag zählt als Werktag. Sonn- und Feiertage kommen nicht in die Wertung. Auch etwas, das bei den kurzen Wochen im Mai und Juni Auswirkungen haben dürfte.

An Himmelfahrt drüber? Kein Problem

Ein Beispiel: Sollte die Inzidenz ab Montag (10.5.) dauerhaft unter 165 liegen, wäre der Samstag nach Himmelfahrt (15.5.) der Werktag Nummer fünf. Dann könnte es Öffnungen ab Montag (17.5.) geben.

Wäre die 165 erst am Dienstag (11.5.) erreicht, würde es sich verschieben. Allerdings nicht nur auf Dienstag (18.5.), sondern bis zur Woche danach, denn eine Änderung tritt nur „am ersten Montag nach der entsprechenden Feststellung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales wieder zum Wechselunterricht zurück“, heißt es auf Anfrage vom Ministerium.

Pfingsten würde alles verkomplizieren

Eben jener Montag ist allerdings Pfingstmontag (24.5.), also frei. Auch am Dienstag (25.5.) sind noch Ferien. Die Schulen würden dann also erst am Mittwoch (26.5.) wieder öffnen.

Überhaupt, die Feiertage: Läge man an Christi Himmelfahrt (13.5.) wieder über 165, wäre es egal für die Fünf-Tages-Zählung. Wäre das aber am Brücken-Freitag (14.5.) der Fall, müsste man neu mit dem Zählen anfangen, sobald es wieder unter 165 geht.

Erst im Oktober unter die 100er-Marke?

Ähnlich kompliziert geht es in den Wochen danach weiter. Zehn Tage nach Himmelfahrt ist Pfingsten, in der darauf folgenden Woche Fronleichnam. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung aus Berlin rechnet übrigens aus, wie lange es beim tagesaktuellen Trend dauern würde, bis Bundesländer, Kreise und kreisfreie Städte die Inzidenz-Grenzen knacken würden.

Zugrunde liegt der R-Wert, der für Dortmund am Freitag bei 0,98 lag. Bedeutet: Jeder Corona-Infizierte steckt statistisch gesehen etwas weniger als einen anderen an. In dem Fall hätte Dortmund erst am Donnerstag vor Pfingsten (20.5.) die 165 unterschritten. Von der 100 (13.10.) und der 50 (3.5.2022) ganz zu schweigen.

Große Veränderungen in Kita und Schule

In den Schulen bedeutet ein Wert unter 165 die Rückkehr zum Wechselunterricht. In kleineren Gruppen kommen die Schüler abwechselnd zum Präsenzunterricht – ob nun tageweise wechselnd, wöchentlich oder wieder anders, kann jede weiterführende Schule selbst bestimmen. Grundschulen sind wegen der Einführung der „Lolli-Tests“ ab 10. Mai an einen tageweisen Wechsel gebunden.

Die Änderung in den Kitas bei unter 165: weg von der bedarfsorientierten Notbetreuung, hin zum eingeschränkten Regelbetrieb, normalerweise mit zehn Wochenstunden weniger.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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