Prof. Carsten Watzl gab zur besten Sendezeit im ZDF seine Einschätzung zum Impfstoff ab. © RN
Corona-Impfstoff

Ist der Impfstoff sicher? Dortmunder Experte gibt im Heutejournal die Antwort

Wie sicher ist der neue Corona-Impfstoff? Ein Professor der TU Dortmund gibt dazu eine klare Antwort - bundesweit und zur Top-Sendezeit im ZDF-Heutejournal.

Zu prominenter Stunde erklärte ein Dortmunder Experte dem deutschen Fernsehpublikum, was es mit dem kommenden Corona-Impfstoff auf sich hat – und wie sicher er ist: Prof. Dr. Carsten Watzl leitet das Leibnitz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund und sprach zu diesem Thema am Montag (7.12.) im Heutejournal des ZDF.

Der 49-Jährige Immunologe ist Experte für das menschliche Immunsystem und für die Grundlagenforschung, die dem neuen Impfstoff zugrunde liegt.

Wie sieht es nun mit den Impfstoffen aus? Er selbst würde sich sofort impfen lassen, ohne abzuwarten. Denn was die Sicherheit des Impfstoffes angeht – da hat der Experte keine Zweifel. Spekulationen etwa um mögliche Genmanipulation durch den Impfstoff mit der neuen MRNA-Technologie erteilt er eine Absage: Da brauche man sich keine Sorgen zu machen. Schließlich handele es sich nicht um DNA. Bei MRNA sei keine Manipulation möglich.

Zudem sei die Technologie zwar noch nicht angewandt, aber lange erforscht worden. Die Firma Biontech zum Beispiel arbeite schon lange an Impfstoffen gegen Krebs, die auf der Technologie basieren. Diese Forschung habe man nun auf das Coronavirus angewandt – und sei dort letztlich zum Erfolg gekommen.

Ein Impfstoff sollte seiner Meinung nach zuerst Risikogruppen verabreicht werden. Das würde zwar nicht unbedingt direkt die Infektionsrate der Gesamtbevölkerung senken, aber die Mortalitätsrate. Dadurch würde sich die Situation in den Krankenhäusern auch wieder entspannen.

Keine Impflicht, stattdessen Vertrauen in die Wissenschaft

Trotzdem dürfe es, so Watzel, keine generelle Impflicht geben: Mit einer Impflicht „würde sich die Diskussion verschieben, dann geht es nicht mehr darum, ob der Impfstoff sicher ist, sondern um Freiheitsrechte. Der Diskurs könnte dann schnell unsachlich werden.“

Stattdessen wirbt der Immunologe für Vertrauen in die Forschung, Wissenschaftler erbrächten schließlich „eine Leistung für die Gesellschaft“. Das gehe nur mit Offenheit – und dazu gehöre es auch, zuzugeben, dass etwa Langzeitfolgen bei den nun in kurzer zeit entwickelten Impfstoffen noch nicht erforscht seien. Ebenso wie bei der Erkrankung übrigens, schließlich „gibt es das Virus noch nicht so lange – und auch den Impfstoff nicht”.

Dortmunder überzeugen menschlich

Nach seiner Habilitation an der renommierten Universität von Heidelberg wechselte er nach Dortmund. Hier angekommen habe er direkt „den Schlag Menschen” zu schätzen gelernt, erklärt er nach dem Auftritt im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir haben hier ein altes Haus renoviert, und nach drei Wochen hatte ich schon mehr Nachbarn kennen gelernt als in Heidelberg nach neun Jahren”, erzählt er.

Natürlich sei Watzl nicht allein wegen der menschlichen Vorzüge der Dortmunder an die TU gewechselt, wie er sagt – sondern auch wegen der wissenschaftlichen Möglichkeiten. An seinem Lehrstuhl forscht der 49-Jährige zu Einflüssen des Arbeitsalltags auf das menschliche Immunsystem.

Antikörpertest könnte Dunkelziffer offenlegen

Auch sein Arbeitsalltag habe sich mit der Pandemie verändert. So habe er mit seinem Team einen massentauglichen Antikörpertest entwickelt. Noch konnte das Projekt allerdings nicht praxistauglich umgesetzt werden, “da ist uns leider die zweite Welle knapp zuvorgekommen.”

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