JD Sports beerbt Tom Tailor auf dem Westenhellweg

mlzSneaker- und Mode-Kette

Der momentan größte Leerstand auf dem Westenhellweg verschwindet: Die Sneaker- und Modekette JD Sports eröffnet im Sommer 2019 im alten Tom-Tailor-Gebäude ihr zweites Geschäft in Dortmund.

Dortmund

, 14.02.2019, 04:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Kurzem sind die Schaufenster des im Oktober 2018 geschlossenen Tom-Tailor-Geschäfts am Westenhellweg 58 blickdicht verklebt – ein Zeichen dafür, dass sich bald etwas tut in den Verkaufsräumen. Im Herzen von Dortmunds Einkaufsmeile entsteht bis Mitte Juni 2019 auf 450 Quadratmetern eine neue Filiale von JD Sports.

Es wird der zweite Store der englischen Sneaker- und Modekette in Dortmund. Bereits seit geraumer Zeit gibt es ein kleineres Geschäft im Untergeschoss der Thier-Galerie, in dem ausschließlich Sneaker verkauft werden. Es wird trotz der Neueröffnung bestehen bleiben, teilte JD Sports auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Die Neueröffnung ist Teil einer größeren Expansionsstrategie des Unternehmens: JD Sports möchte bis Ende 2019 sein Store-Netz von 47 auf mehr als 60 Geschäfte ausbauen, langfristig sollen es sogar 130 bis 150 werden. Zudem will die Mode-Kette in den sieben größten Städten Deutschlands sogenannte Flagship-Stores eröffnen, besonders spektakuläre und große Geschäfte. Dortmund fällt als achtgrößte deutsche Stadt knapp nicht unter diese Kategorie.

JD Sports beerbt Tom Tailor auf dem Westenhellweg

So ähnlich wird es laut JD Sports auch in der neuen Filiale am Westenhellweg aussehen. © JD Sports

Klassische Modehändler werden weniger am Westenhellweg

Dass auf Tom Tailor mit JD Sports ein Nachfolger einzieht, der kein reiner Textilhändler ist, liegt durchaus im Trend am Westenhellweg: Für die Textiler Pohland und Forever 21 kam am Westenhellweg die Drogeriemarktkette Müller; Promod wurde durch den Optiker Mr. Spex ersetzt. Und aufs Modehaus Boecker folgt an der Kampstraße bekanntlich der Sportartikel-Händler Decathlon.

Modehändler gehen – Händler aus anderen Branchen kommen. Experten sehen vor allem zwei Gründe für diese Entwicklung: Einerseits die starke Konkurrenz im Textilhandel auf engstem Raum, egal ob es H&M, Primark, Wormland oder New Yorker sind, um nur einige Beispiele zu nennen. Andererseits bundesweit sinkende Umsatz- und Kundenzahlen im stationären Textilhandel. Der Wettbewerbsdruck unter anderem durch Onlinehändler wie Zalando und Amazon wird immer größer.

Handelsverband-Geschäftsführer: „Noch manche Marktbereinigung“

Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Handelsverbands Westfalen-Münsterland, sagte unserer Redaktion im Sommer 2018, dass es in Dortmund im Textilhandel „noch manche Marktbereinigung“ geben wird. Dass also weitere Händler schließen und an ihrer Stelle keine neuen Modehändler nachkommen.

Wobei, das sagte Schäfer auch, nicht absehbar sei, was beispielsweise in zehn Jahren ist. Vielleicht gebe es dann wieder einen positiven Trend im stationären Textilhandel.

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