Jörg Thadeusz spricht im Interview über die Liebe und die Liebesgeschichten, die er in seiner Sendung erzählt. © dpa
Interview

Jörg Thadeusz über seine erste Liebe: Oespel fühlte sich wie Hollywood an

Als Radiomoderator sucht Jörg Thadeusz nach den großen Liebesgeschichten des Westen. Doch auch er hat die Liebe mehr als einmal gefunden - unter anderem in Dortmund-Oespel.

Jörg Thadeusz ist 53 Jahre alt und stammt gebürtig aus Dortmund. Er ist Journalist, Radio- und Fernsehmoderator sowie Schriftsteller. Seit Mitte April dieses Jahres befasst er sich in seiner WDR2-Sendung mit den großen Liebesgeschichten aus dem Westen.

Jedoch sind diese nicht durchweg schön und romantisch, sondern auch mal traurig oder tragisch. Im Interview spricht Thadeusz über den Hintergrund der Liebesgeschichten, seine Ehe mit Anna Engelke und über sein Geheimnis einer funktionierenden Partnerschaft.

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Wie ist es dazu gekommen, dass Sie einen Podcast über Liebesgeschichten aus dem Westen machen

Die großen Liebesgeschichten des Westens sind nicht nur ein Podcast. Sondern beinahe jede Woche Thema in meiner WDR2-Sendung zwischen 19 und 20 Uhr. Ich habe die Amazon-Mini-Serie „Modern Love“ gesehen. Letztlich ist dort im Film inszeniert, was die New York Times schon seit Jahren unter demselben Titel als Kolumne veröffentlicht.

Leute lieben kreuz und quer. Sind überglücklich, nicht glücklich genug, oder am Boden zerstört. Warum sollte Nordrhein-Westfalen als Kulisse für die großen Geschichten unseres Lebens nicht ebenso taugen wie New York, habe ich mich gefragt. Schließlich war ich mit 10 Jahren zum ersten Mal verliebt. In Anke Günnemann. Die meine Liebe nicht erwiderte. Aber unser gemeinsamer Wohnort Dortmund-Oespel fühlte sich trotzdem wie Hollywood an.

Seit wann sind die großen Liebesgeschichten aus dem Westen Teil Ihrer WDR2-Sendung?

Passenderweise seit dem Frühjahr. Obwohl sich Menschen eher im Herbst verlieben, nicht im Frühling.

Welche Liebesgeschichte ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Die Liebesgeschichten-Serie startete mit Anna Hörling aus Dortmund. Sie hat so mitreißend erzählt, dass ich jeden Schritt mitgegangen bin. Ich stand mit ihr und ihrem Stefan am Traualtar. Auch im Animal-Print-Anzug, wie der Bräutigam. Und das Ende der Geschichte von Anna und Stefan hat mir deswegen auch die Beine weggehauen, als ich sie das erste Mal hörte.

Welche Liebesgeschichte würden Sie erzählen, wenn Sie in Ihrer eigenen Sendung zu Gast wären?

Über ein Mädchen aus Dortmund-Bövinghausen. Die im schönsten Haus der Welt wohnte. Sie war 15, ich 16. Als ich reinkam, fragte sie mich, welche Musik ich hören möchte. Solche Eleganz hatte ich bis dahin nicht erlebt. Und auch nicht soviel Grazie bei einer Frau. 27 Jahre später haben wir auch schon geheiratet.

Sie sind ja bereits seit 2011 verheiratet. Was ist für Sie das Geheimnis einer funktionierenden Partnerschaft?

Da halte ich es mit dem großen Liebesaufklärer der Deutschen, Oswalt Kolle. Nicht schlecht übereinander reden, hat der geraten. Und Mario Adorf hat mir mitgegeben: Niemals im Streit zu Bett gehen. Daran halte ich mich.

Welche Art von Liebesgeschichten suchen Sie für Ihre Sendung?

Wir bekommen Geschichten, die es so aussehen lassen, als wäre der einzig richtige Verlauf einer echten Liebesgeschichte die Vermählung, Kinder, Haus und Hund. Manchmal liebt man aber auch in fünf Tagen Fortbildung jemanden Unverhofften, wie man noch nie geliebt hat. Keiner heiratet keinen aber die Erinnerung bleibt und wird wie jede gute Erinnerung, immer noch schöner.

Außerdem fehlen uns Liebesgeschichten von Mann und Mann, Frau und Frau. Was mich wurmt, weil mir eine Freundin, die Frauen liebt, schon die tollsten und lustigsten Liebesgeschichten erzählt hat. Schiefgegangene Geschichten erzählt uns auch so schnell keiner. Wobei wir uns alle schon einmal in die Sackgasse geliebt haben.

Über die Autorin
Freier Mitarbeiter
Neben dem Journalistik-Studium unterstützt Charlotte Schuster die Redaktion in Werne. Im Sommer 2020 hat sie ein Praktikum bei den Ruhr Nachrichten absolviert, welches ihr die schönen Seiten des Lokaljournalismus gezeigt hat.
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