Kalkulierte Stil-Brüche

06.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Da steht dieses Einfamilienhaus ordentlich in der Landschaft: gelb verputzt, rote Markise, ein Musterhaus der Reihensiedlung. Doch etwas irritiert: Vor dem Eingang lauert ein ovales Gebilde, rechts wabert ein grünes Etwas, links ragt bedrohlich ein blaues Gebirge. Noch dazu hat Thomas Fischer (Jahrgang 1964) wild-chaotisch Klarlack über sein Bild geschüttet und es damit optisch quasi karamellisiert. Verschiedene Stile und Techniken mischen sich in seinen Werken, die Fischer ab heute im Kunstverein ausstellt.

Der gebürtige Bochumer, der in Berlin lebt, nennt seine Schau ironisch "Fischertechnik Vol. 1": Ähnlich wie bei dem Baukasten-System für Kinder bedient sich Fischer überall, navigiert zwischen Zeichnung, Malerei und Foto, benutzt als Unterlage Alublech, Sperrholz oder MDF-Platten aus dem Baumarkt.

Viele Bilder sind flächig-eindimensional und täuschen Perspektive nur vor, die pastelligen, kräftigen Farben wirken durch die glänzende Lackierung nur umso plakativer und künstlicher. Die Bilder mischen Vertrautes aus der Alltagswelt mit Verstörendem. Sie erzählen eine Geschichte - aber welche? Das sollte der Betrachter selbst herausfinden. Noch bis zum 14. Oktober im Kunstverein.

Eröffnung am 7.9., 19.30 Uhr, Kunstverein, Hansastr. 2-4, auch während der Museumsnacht.

Lesen Sie jetzt