Kanal, Sturm und Tiefgarage: An Brackeler Baustelle steckt der Teufel im Detail

mlzBauen in Brackel

Auch, wenn die Baustelle zwischen Brackeler Hellweg 94 und 106 bereits weit fortgeschritten wirkt, wird es noch etwas dauern, bis dort die ersten Bewohner einziehen können. Das hat Gründe.

Brackel

, 25.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Dreieck zwischen Brackeler Hellweg, Reichshof- und Nießstraße schreiten die Arbeiten zum Bau von drei Wohnhäusern zwar merklich voran, dennoch rechnet Bauherr Wolfgang Froese, Leiter des Aplerbecker Familienunternehmens Bauträger Froese, nicht mit einer Fertigstellung vor Ende 2021.

In zwei Häusern sollen jeweils 21 und im dritten 14 Wohnungen entstehen, also zusammen 56. Die Wohnungsgrößen reichen von 43 bis 111 Quadratmetern. Die Gebäude zwischen dem Brackeler Hellweg 94 und 106 werden nach Angaben des Investors zwei normale Geschosse und zwei kleinere Geschosse im Dach haben.

Nachbar will sein Haus nicht verkaufen

Der Teufel stecke jedoch im Detail. Laut Wolfgang Froese müsse zuerst ein Kanal saniert werden. Außerdem gestalte sich der Bau der beiden geplanten Tiefgaragen schwierig. Das hänge auch mit dem Nachbargebäude am Brackeler Hellweg 92 zusammen, das Froese gerne erworben hätte. Der Eigentümer sperre sich allerdings dagegen. Eine der beiden Tiefgaragen müsse teilweise unter dieses bestehende Haus gebaut werden.

So sieht die Baustelle am Brackeler Hellweg von der anderen Seite aus

So sieht die Baustelle am Brackeler Hellweg von der anderen Seite aus. © Andreas Schröter

Weitere Schwierigkeiten: Der Platz sei nicht groß genug, um zwei Baukräne aufzustellen. Besonders in stürmischen Zeiten wie diesen müssen Kräne um 360 Grad frei schwingen können, um dem Sturm keine Angriffsfläche zu bieten. Das sei bei zwei Kränen jedoch nicht möglich, ohne dass die Gefahr bestehe, dass sie zusammenstoßen. Froese: „Bisher ist mir noch nie ein Kran umgefallen, und das möchte ich auch nicht erleben.“ Folge: Die Arbeiten dauern länger, weil eben keine zwei Kräne im Einsatz sind.

Bauherr will eigentlich zwei weitere Häuser bauen

Eigentlich würde Wolfgang Froese im Innenraum zwischen den drei oben genannten Straßen noch zwei weitere eingeschossige (plus Dachgeschoss) Häuser bauen. Dafür jedoch bedarf es eines neuen Bebauungsplans. Die Stadt habe ihm versprochen, dass das auf dem Arbeitsplan für dieses Jahr stehe. Dennoch werde das zu knapp, um die Häuser gleich im Anschluss an die jetzt entstehenden Häuser zu bauen, was natürlich wesentlich kostengünstiger geworden wäre, weil die beauftragten Baufirmen nur einmal hätten gebucht werden müssen und dann natürlich Rabatt gewährt hätten.

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Mit der dortigen Bürgerinitiave um Bernd Wangerin, die sich vor allem gegen eine Ansiedlung von dm und Aldi gewehrt hatte, sei er sich einig, sagt Froese. Nur der Bebauungsplan (im beschleunigten Verfahren) fehle eben. Aber auch wenn die Anwohner ihr Einverständnis erklärt haben, so argumentiere die Stadt, bestehe bei einem späteren Besitzerwechsel die Gefahr einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Und dass die Stadt das eben vermeiden wolle, dafür habe er sogar Verständnis, sagt Wolfgang Froese.

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