Kein Herz für Heizpilze

Heizpilze wärmen nicht nur Freiluft-Fanatiker und vor die Türen gesetzte Raucher, sie erhitzen auch die Gemüter der Umweltschützer. Viele sehen in ihnen echte Klimakiller.

27.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schaden dem Klima: Heizpilze vor Gaststätten.

Schaden dem Klima: Heizpilze vor Gaststätten.

Manche Städte - Köln beispielsweise - verbannten die Heizstrahler bereits von öffentlichen Flächen. Auch in Dortmund wird hinter verschlossenen Türen über die Daseinsberechtigung der Wärme spendenden Pilze diskutiert, wie Umweltdezernent Wilhelm Steitz verriet. "Uns war klar: Für diesen Winter ist die Sache gelaufen, aber jetzt denken wir verstärkt darüber nach." Für das künstliche mediterrane Klima auf Caféterrassen und an Glühweinständen kann er sich nicht recht erwärmen.

Eine Reise nach Paris Anfang Januar befeuerte zusätzlich seine Zweifel an den Geräten: "Da stehen die Dinger an jeder Ecke", sagt Steitz, und es ist nicht zu überhören, dass der Stadtrat sich solche Zustände für die Dortmunder Innenstadt nicht wünscht.

"Das kann nicht sein: Wir betreiben einen Riesen-Aufwand zum Klimaschutz mit Niedrigenergiehäusern usw. und heizen auf der anderen Seite die Außenluft." Schließlich hielten es die Menschen im Skiurlaub auch ohne Strahler draußen aus. "Man braucht eben nur wärmere Kleidung."

Zudem befürchten die Skeptiker, dass durch das Rauchverbot in der Gastronomie die Strahler wie Pilze aus dem Boden schießen werden. Deshalb will die Verwaltung auch möglichst schnell einen Beschluss fassen, bevor die Wirte Investitionen für die Herbst-/Wintersaison angehen, so Steitz. "Wir wollen den Sommer nutzen, um uns zu informieren und in Ruhe zu entscheiden."

Dabei wird auch die Schädlichkeit der Außenheizungen zu klären sein. Laut Greenpeace setze ein einziger Strahler bei einer 36-Stunden-Woche bis zu vier Tonnen Kohlendioxid im Jahr frei - vergleichbar dem Ausstoß eines Kleinwagens bei 20 000 Kilometern Fahrleistung.

"Wenn man Klimaschutzziele hat, die man mit hohem Aufwand verfolgt, dann muss man darüber nachdenken, wie ungehemmt man solche Geräte zulassen kann", sagt Steitz. Freunde der Außengastronomie müssen sich also warm anziehen ... Susanne Riese

Seite 3: Alternative

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