Kein Name - Kein Eintrag?

Das Ritual bleibt immer das gleiche: Kaum ist das neue Telefonbuch da, schaut Barbara Streich nach, auf welcher Seite ihr Name steht. "Doch dieses Mal war da nichts." Die 58-Jährige suchte alle Einträge mit "St" ab - ihr Name tauchte nirgendwo auf.

26.09.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mehr noch: Auch diverse Freundinnen, mit denen sie oft und gerne telefoniert, waren nicht mehr verzeichnet. Barbara Streich kam ein Verdacht: "Wir stehen alle ohne Adresse und teilweise mit abgekürztem Vornamen im Telefonbuch. Bestimmt hat die Telekom uns einfach raus gestrichen."

Nun ist der Konzern mit dem Magenta-T für seine teilweise recht chaotische Vorgehensweise bekannt. Aber eine derartige Aktion käme wohl auch dem Bonner Telefonriesen nicht in den Sinn. "Wir sind daran interessiert, möglichst viele Kontaktdaten aufzunehmen", erklärt Matthias Klesen, Sprecher der Telekom-Tochter DeTeMedien. Die Firma sammelt Datensätze der Kunden für das Telefonbuch. "Die Bücher sollen nicht dünner, sondern nach Möglichkeit dicker werden."

Eine Aussage, die Barbara Streich anzweifelt. "Als ich die Telekom-Hotline anrief, konnten die mir nicht weiterhelfen", berichtet die Dortmunderin. Eine Bekannte habe schriftlich ihre Wiederaufnahme ins Telefonbuch beantragt. "Das wurde ihr dann auch bestätigt."

Ist man einmal aus dem Telefonbuch rausgeflogen, ist dies laut Matthias Klesen auch der einzige Weg zurück. "Oft werden die Kunden gestrichen, weil sie den Anbieter gewechselt haben." Die Telekom löscht in diesem Fall den Datensatz. Wenn der neue Anbieter die Daten nicht übernimmt und an DeTeMedien übermittelt, tauchen sie nicht mehr im Telefonbuch auf. "Manchmal genügt ein Anruf, aber je nach Anbieter ist der schriftliche Antrag die beste Lösung."

Für den Eintrag werden Name und Adresse aufgenommen. "Sonderwünsche, ob ergänzend oder streichend, müssen angegeben werden", so Klesen. Barbara Streich machte in der Vergangenheit "schlechte Erfahrungen" mit dem vollen Abdruck ihres Namens, ließ ihn abkürzen. "Mittlerweile weiß allerdings jeder, dass sich hinter einem abgekürzten Namen in der Regel eine Frau verbirgt", konstatiert Klesen.

Abkürzungen und ähnliche Sonderwünsche seien jedoch definitiv kein Grund, jemanden aus dem Telefonbuch zu streichen. Deshalb kann Klesen den Fall Barbara Streich, die ihren Anbieter nicht gewechselt hat, nicht nachvollziehen: "Da muss ein Fehler passiert sein, für den wir uns natürlich entschuldigen." dac

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