Keine Hochzeit in Weiß: Dortmunder Paar erlebt seinen persönlichen Corona-Alptraum

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Auf ihren „schönsten Tag im Leben“ müssen Ronja Sbosny und Sebastian Fleuter noch eine Weile warten: Wegen Corona ist ihre kirchliche Trauung abgesagt. Nicht die erste Hiobsbotschaft für das Paar.

Marten

, 19.03.2020, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst der Holzwurm, dann das Coronavrius: Ronja Sbosny (29) und Sebastian Fleuter (32) sind vom Pech verfolgt. Als böses Omen deutet es das junge Paar aus Dortmund-Marten für seine baldige Ehe aber nicht.

Eigentlich wollten sich die jungen Leute am 17. April 2020 in der Kapelle Wischlingen trauen lassen. Anfang Dezember 2019, als noch niemand etwas vom Coronavirus ahnte, mussten sie sich von diesem Traum verabschieden. Denn Dortmunds beliebtester Ambiente-Trauort leidet unter einem massiven Holzwurmbefall und wurde geschlossen.

„Die Enttäuschung war natürlich riesig“, erzählt die zukünftige Braut. Glücklicherweise fanden die beiden schnell Ersatz. „Wir haben uns dann für eine kirchliche Trauung in der Immanuel-Kirche entschieden.“

Pfarrerin sagt die kirchliche Trauung am 16. März ab

Rund drei Monate später erreicht das Paar die nächste Hiobsbotschaft: Seine kirchliche Trauung kann nicht stattfinden. Die Landesregierung verbietet zur Eindämmung der Corona-Pandemie Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen und Synagogen.

Ronja Sbosny hat gerade Dienst im Krankenhaus, als sie die Absage der Pfarrerin am Montag (16. 3.) auf dem Handy liest, natürlich in der Pause. „Am liebsten hätte ich losgeheult, aber ich habe gebissen. Ich kann ja vor meinen Patienten nicht in Tränen ausbrechen“, erzählt die junge Krankenschwester.

Ähnlich schick werden Ronja Sbosny und Sebastian Fleuter bei der standesamtlichen Trauung sein. Ein blaues Cocktailkleid und einen farblich passenden Anzug haben sie dafür gekauft.

Ähnlich schick werden Ronja Sbosny und Sebastian Fleuter bei der standesamtlichen Trauung sein. Ein blaues Cocktailkleid und einen farblich passenden Anzug haben sie dafür gekauft. © privat

Mittlerweile haben sie und ihr Verlobter Sebastian den Schock einigermaßen verdaut. Traurig sind sie trotzdem: „Eineinhalb Jahre haben wir die Hochzeit vorbereitet. Das ist schon ganz schön doof alles“, sagt Sebastian Fleuter.

Standesamtliche Trauung kann stattfinden

Mit rund 50 Gästen wollten sie im Anschluss an die Trauung im Haus Wischlingen feiern. „Es war glücklicherweise kein Problem, das Gesamtpaket mit Fotograf und DJ abzubestellen. Alle waren sehr verständnisvoll.“

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Was Ronja Sbosny und Sebastian Fleuter bleibt, ist die standesamtliche Trauung am 14. April im Alten Rathaus. Das blaue Cocktailkleid und der farblich passende Anzug hängen bereit. „Es dürfen aber nur maximal zehn Personen teilnehmen. Das werden unsere Eltern und unsere Trauzeugen sein“, so der 32-Jährige.

Brautpaar und Gäste stoßen mit Champagner an

Anschließend wollen die Frischvermählten und die kleine Gästeschar zu Hause mit Champagner anstoßen. Mehr ist nicht geplant. „Vielleicht kommt ja noch die Ausgangssperre“, sagt Ronja Sbosny.

Die kirchliche Trauung will das junge Paar auf jeden Fall nachholen. Wann, das steht noch in den Sternen. Das Brautkleid bleibt so lange im Schrank, natürlich gut versteckt.

Nur mit der Wunsch-Location, dem Haus Wischlingen, wird es wohl nichts werden. „Das wird Ende des Jahres wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.“ Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab.

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