Die Zukunft der Fitnessstudios bleibt ungewiss. © picture alliance/dpa (Symbolbild)
Lockdown-Verlängerung?

Keine Kundschaft, Schulden, Lockdown – „Das geht nicht lange ohne Hilfe gut“

Bei den Beratungen von Bund uns Ländern am Mittwoch wird auch entschieden, ob Fitnessstudios öffnen dürfen. Doch selbst auch bei einer Eröffnung bleiben viele Probleme weiterhin bestehen.

Seit November 2020 sind die Fitnessstudios – wie viele andere Branchen – geschlossen. Am Mittwoch (10.2.) beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten, wie es nach dem 15. Februar weitergehen soll. Dann enden die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen.

Eine Prognose darüber abzugeben, wie es ab dem 15. Februar weitergehen soll, kann oder muss, ist nicht einfach: Zum Einen sind da die immer weniger werdenden Neuinfektionen und sinkende, mittlerweile zweistellige Inzidenz-Werte, zum Anderen sind da die Virus-Mutationen als große Unbekannte.

Zukunft ist ungewiss

Bei der „Turnhalle“, einem Fitnesscenter aus Dortmund-Hacheney, sind die Einschätzungen, ob man bald wieder öffnen darf, ähnlich schwammig. „Die Chancen liegen bei 50 zu 50, es ist einfach schwierig zu sagen“, wie Kiara Krehan, Assistentin der Geschäftsführung der Turnhalle, erklärt.

„Wir haben ein gutes Hygiene-Konzept, zudem gab es bei uns keine Corona-Infektionen“, sagt sie. Die Turnhalle hofft deshalb, dass am 1. März wieder der Betrieb aufgenommen werden kann.

Sollte das nicht der Fall sein, sei es unumgänglich, dass weitere finanzielle Hilfen der Regierung „nicht auf sich warten lassen“, so Krehan. „Ein Monat geht noch“, sollte das Fitnessstudio in Hacheney noch länger geschlossen bleiben. Darüber hinaus zu planen, sei laut Krehan „schwierig“.

Eröffnung wird wie ein Neustart

Holger Kopp, Inhaber des Fitnessstudios „Kopp30+Fitness“ in Eving, hofft ebenfalls auf eine Lockerung im März. „Wenn es darum geht, das Studio zu retten, müsste ich so früh wie möglich aufmachen“, räumt der Fitnessstudio-Inhaber ein. Er habe bereits die Hälfte seiner Kundschaft verloren. „Ich habe einen so schlechten Stand wie noch nie.“

Um den Verlust bei einer Öffnung aufzuholen, bräuchte es neue Kundschaft – und die komme in der Branche laut Kopp von November bis Februar. „Es wäre wie ein Neustart“, wenn er sein Fitnessstudio wieder öffnen dürfe: ohne Bestandskundschaft, hoch verschuldet und in einer veränderten Sportlandschaft. Kopp geht davon aus, dass der Neustart schwierig wird, weil mehr Menschen auf Outdoor-Sport oder Workouts in den eigenen vier Wänden umgestiegen sind.

Von den November- und Dezemberhilfen habe Holger Kopp mittlerweile drei Viertel ausgezahlt bekommen – Anfang Januar hatte er noch nichts bekommen. Er konnte sich nur mit einem Privatkredit – er hat sich Geld von seiner Mutter geliehen – über Wasser halten.

Falls der Lockdown verlängert werde, „wird uns das auf die Füße fallen“, so der Fitnessstudio-Inhaber. Mit den aktuellen Hilfen, der so genannten Überbrückungshilfe 3, könnte er nur 40 Prozent seiner Fixkosten tragen. „Das geht nicht lange ohne externe Hilfe gut“, so die ernüchternde Prognose.

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1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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Robin Albers

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