So war es im Lockdown: Ordnungsamt und Polizei mit vielen Mitarbeitern unterwegs auf dem Westenhellweg. © Stephan Schuetze
Corona-Lockerung

Keine Maskenpflicht mehr: Was kontrolliert das Dortmunder Ordnungsamt jetzt?

Es herrscht keine Maskenpflicht mehr in Dortmund. Das heißt auch: Das Ordnungsamt muss nicht mehr kontrollieren. Was machen die Mitarbeiter jetzt? Braucht die Stadt sie überhaupt noch?

Ohne Maske auf dem Westenhellweg? Das war teuer. 50 Euro oder mehr mussten noch vor einigen Tagen diejenigen bezahlen, die zentral in der Dortmunder Innenstadt in Brötchen oder Döner gebissen hatten. Wenn sie erwischt wurden von einem der Ordnungsamts-Teams.

Jetzt ist die Maskenpflicht abgeschafft. Was also machen die Teams jetzt? Oder braucht die Stadt sie jetzt nicht mehr? Norbert Dahmen widerspricht.

Kontrollen wieder im ganzen Stadtgebiet?

„Unsere Mitarbeiter sind nach wie vor ausgelastet“, sagt der Dezernent für Ordnung bei der Stadt Dortmund. Nach 15 Monaten, in denen es schwerpunktmäßig um Abstand und Maske gegangen sei, könne man nun endlich wieder „die Schwerpunkte der Kontrollen auf die originären Bereiche verlagern“. Das bedeutet auch: wieder mehr Einsätze an anderen Orten.

„Ziel muss es sein, auch die Kontrollen auf das gesamte Stadtgebiet auszudehnen – vor allem da, wo etwas los ist“, unterstreicht Dahmen. Die Frage allerdings: Reicht das Personal?

Düsseldorf hat deutlich mehr Mitarbeiter

„Das Bedürfnis nach Sicherheit wird bei unseren Bürgern immer stärker“, sagt der Dezernent. Gleichzeitig habe er deutlich weniger Mitarbeiter zur Verfügung als andere Großstädte in NRW.

Fast 300 Mitarbeiter habe das fast doppelt so große Köln. Und Düsseldorf, mit nur ein paar mehr Einwohnern als Dortmund, „hat meines Wissens nach mittlerweile 240 Planstellen im Kommunalen Ordnungsdienst“. Dortmund hat 68 Planstellen, „davon sind aktuell nicht einmal 50 besetzt“, erklärt Dahmen.

Was wird aus dem Corona-Team?

Dahmen rechnet vor: „68 Planstellen klingt ausgesprochen viel.“ Aber: Man sei sechs Tage pro Woche in je zwei Schichten unterwegs. „Jeder arbeitet fünf Schichten, also haben wir 20 bis 22 Mitarbeiter pro Schicht, wenn keiner Urlaub hat, krank ist oder in einer Fortbildung ist.“

Ein Lichtblick für Dahmen: „Wir versuchen, die Mitarbeiter des Corona-Teams in freie Stellen hereinzunehmen.“ 26 Mitarbeiter hatte die Stadt Dortmund dafür verpflichtet.

„Schwierig, kurzfristig Personal zu kriegen“

Was man während Corona gesehen habe, so Dahmen: „Wie schnell sich Schwerpunkte in der Einsatzarbeit verlagern können, aber auch, wie schwierig es ist für eine Stadt unserer Größenordnung kurzfristig flexibles Personal zu kriegen.“

Die Mitarbeiter hätten „ein Jahr ordentliche Arbeit gemacht und viel Sicherheitserfahrung gesammelt“. Insofern freue er sich, dass die Politiker bisher signalisiert hätten: Beschäftigt sie weiter, liebe Stadt Dortmund. Das wäre nur einer von zwei Wegen zu mehr Personal.

An sechs Tagen pro Woche erreichbar

„Wir bilden jedes Jahr 15 Personen aus, die im Kommunalen Ordnungsdienst eingesetzt werden sollen“, erklärt Dahmen. So könne man einerseits ein neues Außendienst-Team aufbauen, andererseits die Polizei entlasten.

Denn: An sechs Tagen die Woche (montags bis samstags) sei man bis 22.30 Uhr erreichbar unter (0231) 50-28888, zum Beispiel bei Lärmbelästigungen. Das sei „eine Art Leitstelle“, die man gemeinsam mit der Polizei betreibe.

Dann muss nicht die Polizei raus

Dahmens Hoffnung: „Dass wir wieder verstärkt dort sind, wo wir in der Vergangenheit die eine oder andere Sache zurückstellen mussten.“ Es könne durchaus sei, dass durch die Corona-Lockerungen „eine Lärmbelästigung jetzt schneller verfolgt wird“.

Und dass dann tatsächlich der Kommunale Ordnungsdienst rauskomme, nicht der Polizist, „der eigentlich andere Aufgaben hätte“.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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