Trotz Giftköder-Warnung wenig Panik unter Hundebesitzern

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Im August ist ein Hund in Deusen durch einen Giftköder zu Tode gekommen. Die Hundebesitzer in der Nachbarschaft haben unterschiedlich auf die Bedrohung reagiert.

Deusen

, 27.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Emscher-Wiesen zwischen Deusen und dem Deusenberg sind ein traumhaftes Naherholungsgebiet. Die Wege über die meist landwirtschaftlich genutzte Fläche ermöglichen abwechslungsreiche Rundgänge. Hier trifft man viele Hundebesitzer.

Die Nachricht, dass hier zuletzt Giftköder gefunden worden waren, habe sich rasant in Deusen verbreitet, berichtet eine Spaziergängerin. An ihrer Leine marschiert die siebenjährige Ricky, eine Mischlingshündin.

Hundehalter in Deusen sind vernetzt

„Wir haben hier eine Hundegruppe“, berichtet die Frau, „wir treffen uns immer samstags zum gemeinsamen Spaziergang. Und jeder kennt noch den einen oder anderen Hundebesitzer in Deusen.“ Man ist vernetzt.

Die meisten Mitglieder der Hundegruppe würden seit dem Vorfall eine Hundeschule in Bochum besuchen. „Da lernen die Hunde, nur das zu fressen, was ihnen das Herrchen gibt“, sagt die Besitzerin von Ricky.

Training für die Hunde

Um Ricky selbst macht sie sich keine Sorgen. „Ricky war, bevor ich sie gekauft habe, ein Pflegehund. Sie ist anscheinend darauf trainiert worden, nichts zu fressen, was sie so findet.“

Ein paar Meter weiter tollt Maja durch die Wiesen. Ihre Besitzerin lässt sie ohne Leine laufen. Trotz der Gefahr. „Schnuppern ist ein Grundbedürfnis für Hunde, das will ich nicht einschränken“, sagt die Frau. Der Gefahr durch Giftköder ist sie sich bewusst, doch sie glaubt, rechtzeitig eingreifen zu können, bevor ihr Hund einen Köder frisst.

Einschränkungen für die Vierbeiner

Auch andere Hundebesitzer zeigen demonstrativ, dass für sie eine Verhaltensänderung wegen der Köder-Gefahr nicht infrage kommt. „Ich lasse meinen Hund unterwegs gar nichts fressen, ob es nun eine Warnung vor Ködern gibt, oder nicht“, sagt ein weiterer Spaziergänger.

Im August hatte eine Frau in einer Facebook-Gruppe vor den Giftködern gewarnt. Sie berichtete vom Hund einer Bekannten, der nach einem Spaziergang Vergiftungserscheinungen gezeigt hatte.

Kein weiterer Vorfall gemeldet

Die Besitzerin sei daraufhin zum Tierarzt gefahren, für den Hund sei aber jede Hilfe zu spät gekommen. Der dreijährige Hund habe den Giftköder wohl gefressen, während er neben dem Fahrrad seines Frauchens gelaufen sei.

Es habe sich dabei um präparierte Kartoffeln und Fleischstücke gehandelt, die der Hunde auf den Wiesen rund um die Grafen-Grundschule gefunden haben muss.

Auch rund um den Deusenberg sollten Tierbesitzer laut der Facebook-Userin besonders auf ihre Vierbeiner aufpassen. Ein weiterer Vorfall ist aber bislang nicht gemeldet worden.

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