Knöllchen-Paradies: Hier müssen Autofahrer höllisch aufpassen

mlzParkplatzproblem

Die Anwohner dieser Straße in Dortmund wissen nicht, wohin mit ihren Autos. Dort, wo das Parken erlaubt ist, stört es den Verkehr. Und dort, wo es verboten ist, hagelt es regelmäßig Knöllchen.

Mengede

, 21.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Straße ist so breit, dass nicht nur zwei Fahrspuren, sondern auch ein knapp zwei Meter breiter Fahrradstreifen Platz haben. Doch genau der stellt Anwohner und Besucher regelmäßig vor die Wahl: falsch oder mitten auf der Fahrbahn Parken?

„Als ich vor 12 Jahren an die Dönnstraße in Mengede gezogen bin, war das Problem noch nicht so groß“, sagt Anwohnerin Karin Heimann. „Aber inzwischen haben die meisten Familien aus den 24 Mehrfamilienhäusern hier mindestens zwei Autos – und es gibt keinen einzigen Parkplatz.“

Am Straßenrand oder auf dem Gehweg zu parken ist jedoch tückisch. Vollständig oder halbseitig auf dem Gehweg parken: verboten. Es müsste durch entsprechende Schilder erlaubt werden, die es jedoch an der Dönnstraße nicht gibt. Zudem sind der Fahrradstreifen auf der einen und der Radweg auf der anderen Seite problematisch.

Falschparker zahlen 55 Euro

Auf der westlichen Straßenseite ist der Radweg auf dem Bürgersteig. Dort dürfte also nur auf der Fahrbahn geparkt werden. Auf der östlichen Seite liegt der Fahrradstreifen vor dem Gehweg. Hier wäre das Parken vor dem Streifen auf der Fahrbahn erlaubt. Die Folge: In beiden Fällen wäre die Fahrbahn beinahe vollständig zugeparkt. „Und das traut sich hier niemand“, sagt Karin Heimann. „Viele Autofahrer rasen hier, gerade wenn sie in unsere Straße einbiegen. Wenn da ein Auto zu knapp an der Ecke auf der Fahrbahn steht, ist es verloren.“

Das Parken auf dem Gehweg müsste mit Hilfe von Schildern erlaubt werden.

Das Parken auf dem Gehweg müsste mit Hilfe von Schildern erlaubt werden. © Uwe von Schirp

Bereits im August 2019 habe sie sich deshalb an das Ordnungsamt der Stadt Dortmund gewandt. Bislang erhielt sie jedoch nur die Rückmeldung, dass sich das Tiefbauamt, das im Fall einer neuen Parkregelung zuständig sei, bei ihr melden werde.

Derweil sammeln Karin Heimann und ihre Nachbarn Knöllchen, weil sie aus Angst um ihre Autos weiterhin halbseitig oder ganz auf dem Gehweg parken. Allein zwei Strafzettel habe sie bereits sei Einführung des neuen Bußgeld-Kataloges bekommen. „55 Euro zahlt man hier, wenn man mit zwei Reifen auf dem Fahrradstreifen steht“, sagt sie.

Alle Verkehrsteilnehmer brauchen Platz

Karin Heimann möchte gegen die Knöllchen angehen. Vor allem, wenn es mit Hilfe des Tiefbauamtes möglicherweise eine neue Parkregelung gebe. „Ansonsten weiß ich auch nicht weiter“, sagt sie. „Es wird ja nicht besser.“

Die Problematik an der Dönnstraße spitze sich zu. Wenn der Lagerverkauf an der Ecke Ammerstraße gut besucht sei, sei die ganze Straße dicht und kreuz und quer beparkt.

„Soll ich mir dann demnächst ein aufblasbares Auto kaufen, aus dem ich abends die Luft rauslassen und es mit rein nehmen kann?“, fragt Karin Heimann. Sie wünscht sich eine Lösung, bei der alle Verkehrsteilnehmer Platz haben. Eine Anfrage an die Stadt läuft.

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