Laufende Kinder auf dem Flur einer Schule: Dieses Bild sollte es nach dem Wunsch der NRW-Landesregierung vor Weihnachten nicht mehr geben, weil möglichst viele Kinder zuhause unterrichtet werden sollen. © dpa
Freistellung und Klausuren

Keine Präsenzpflicht mehr an Schulen: Das müssen Eltern jetzt wissen

Eltern müssen entscheiden, ob sie ihr Kind am Montag noch in die Schule oder Kita schicken. Das führt in Dortmunder Familien zu hektischer Neuplanung. Das müssen Eltern jetzt wissen.

Es waren zwei große Nachrichten für Dortmunder Familien mit Kindern: keine Präsenzpflicht mehr für Schüler, Kitas bleiben geöffnet, Eltern sollen aber prüfen, ob sie auf die Betreuung verzichten können. Kurz nachdem Ministerpräsident Armin Laschet dies am Freitag (11.12.) verkündet hatte, setzte sich in Dortmund und allen anderen NRW-Gemeinden eine Informationswelle in Gang.

Die Nachricht floss in viele Kanäle, ob Lehrerzimmer, Eltern-Whats-App-Verteiler oder Sprachnachrichten Jugendlicher, in denen „dieser Armin Laschet“ vorkam. Viele schimpften über die Kurzfristigkeit, finden den Unterricht von zuhause aber sinnvoll.

Zugleich fragen sich Kinder, Eltern und Schüler: Wie soll das jetzt eigentlich laufen?

Das sagt das Schulministerien über die Bedingungen

Die Antwort des politisch in dieser Sache arg düpierten Schulministeriums findet sich in einer Mail, die am Freitagmittag alle Einrichtungen erreicht hat.

Wer sein Kind vom Präsenzunterricht freistellen möchte, muss das der Schule schriftlich mitteilen. „Ein Hin- und Her-Wechseln zwischen Präsenzunterricht und Distanzlernen ist nicht möglich. Dies ist mit Blick auf die Infektionsprävention nicht sinnvoll“, heißt es in der Schulmail. Für die zusätzlichen Ferientage am 21. und 22. Dezember sowie am 7. und 8. Januar soll es Notbetreuung an Schulen geben.

Klausuren können geschrieben werden

Klausuren oder mündliche Prüfungen, die zwischen dem 14.12. und 10.1. angesetzt waren, sollen nach Möglichkeit verlegt oder abgesagt werden. In der Schulmail heißt es: „Sollte beides nach gründlicher Abwägung nicht möglich sein, müssen die betroffenen Schülerinnen und Schüler nach Aufforderung für den Zeitraum der Klassenarbeit bzw. der Prüfung in die Schule kommen.“

In den Schulen und in der Offenen Ganztagsbetreuung herrscht am Freitag noch Überraschung vor und auch verständliche Ratlosigkeit. Was zu skurrilen Situationen führt. Manche Kinder werden mit einem Berg an Schulbüchern nach Hause geschickt, bei anderen haben die Lehrer von der neuen Lage noch gar nichts mitbekommen und alles bleibt in der Schule.

Schulen müssen jetzt auf Distanzlernen umschwenken

Fest steht: Es wird für die Klassen 1 bis 7 ein Angebot in den Schulen geben. Einige Dortmund Schulen haben bereits in den vergangenen Wochen Konzepte für den Distanzunterricht vorbereitet und den Eltern verfügbar gemacht.

Für wie viele Schüler und in welchem Umfang, wird sich ab Montag zeigen. „Das wird von den Eltern abhängen“, sagt die Dortmunder Schuldezernentin Daniela Schneckenburger. Fest steht aus ihrer Sicht, dass fehlender persönlicher Kontakt für rund einen Monat „ein Problem für ein System wie die Schule ist“.

Eine Lehre aus der ersten Phase der Pandemie sei zudem, auch diesmal stark auf das Thema Kinderschutz zu achten und potenziell gefährdete Kinder auch im Lockdown zu schützen.

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Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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