Kinder pfeifen auf KiBiz

Gestern gab's Rabatz im Rathaus. Mit Trillerpfeifen, Trommeln, Tröten und Transparenten: Mehrere hundert Kinder kamen mit ihren Erzieherinnen und Eltern, um gegen das neue Kinderbildungsgesetz, kurz KiBiz, der schwarz-gelben Landesregierung zu protestieren.

06.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Demonstration wurde angesichts des Wetters spontan vom Friedensplatz in die Bürgerhalle des Rathauses verlegt. "Damit wir zumindest nicht beim Protest im Regen stehen", meinte Marianne Schobert, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der unter seinem Dachverband 51 Elterninitiativen beherbergt.

"Wir sehen rot, das KiBiz bringt uns Not", so das Protest-Motto, optisch getragen von roten Pullis, roten Kappen und roten Luftballons.

Mit KiBiz will NRW-Familienminister Armin Laschet (CDU) ab August 2008 die Betreuungsangebote für unter Dreijährige ausweiten sowie die frühkindliche Sprachförderung und Bildung verbessern.

Bei KiBiz sei die Bildung nur noch im Namen eingebaut, kritisierte Ilona Lehnemann, Leiterin der Kita Kunterbunt und Sprecherin aller Dortmunder Elterninitiativen. Stattdessen gebe es Personalkürzungen, schlechtere Betreuung und höhere Elternbeiträge.

Bildung brauche aber gesicherte Finanzen, qualifizierte Erzieherinnen und bezahlbare Elternbeiträge, forderte Monika Landgraf, Vorsitzende des Stadtelternrates: "Alles wackelt durch den Gesetzentwurf erheblich."

Auch die Politik kam zu Wort. Für Daniela Schneckenburger, Landesvorsitzende der Grünen, ist das KiBiz ein Spargesetz. Künftig flössen 6 Mio. weniger pro Jahr nach Dortmund. Die SPD-Landtagsabgeordnete Annegret Krauskopf, selbst gelernte Erzieherin, hält das Ziel von KiBiz für richtig, "doch der finanzielle Rahmen stimmt nicht."

Uwe Waßmann, landespolitischer Sprecher der CDU Dortmund, hielt dagegen, KiBiz sei kein Spargesetz: "2009 wird erstmals eine Mrd. Euro für die Kinderbetreuung ausgegeben. Das gab es noch nicht." Waßmann äußerte aber auch Verständnis für die Sorgen und bot Gespräche an: "In Kernpunkten sind wir gar nicht so weit auseinander." ko

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Mehr Bilder vom Protest im Rathaus gibt es unter

www.RuhrNachrichten,de/dortmund

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