NRW-weites Verfahren

Kinderporno-Verdacht: Polizei durchsucht 2 Häuser in Dortmund

In den vergangenen zehn Tagen sind in ganz NRW 54 Häuser von Kinderporno-Verdächtigen durchsucht worden. Es gab auch zwei Einsätze in Dortmund. Entscheidende Hinweise kamen aus den USA.
In Dortmund sind im vergangenen Jahr viermal mehr Fälle von Kinderpornografie aufgefallen als zuvor. © dpa

In der Zeit vom 25. Februar bis zum 8. März (Montag) sind in Nordrhein-Westfalen Durchsuchungsbeschlüsse gegen 73 Beschuldigte wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes kinderpornografischer Schriften vollstreckt worden.

Die Durchsuchung von 54 Objekten wurde in enger Abstimmung zwischen einer eigens eingerichteten Kölner „Task Force“ und den örtlichen Polizeidienststellen in zahlreichen Städten in einer koordinierten Aktion durchgeführt.

„Die Durchsuchungsmaßnahmen richten sich sämtlich gegen Beschuldigte, die sich beziehungsweise anderen vor allem über soziale Netzwerke kinderpornografische Inhalte verschafft haben sollen“, heißt es von der Staatsanwaltschaft Köln. Haftbefehle seien nicht vollstreckt worden.

Die Ermittlungsmaßnahmen beruhen überwiegend auf Mitteilungen einer Organisation aus den USA, die Hinweise im Zusammenhang mit Straftaten gegen Kinder entgegennimmt und sie an die für die weiteren Ermittlungen zuständigen Behörden international weiterleitet.

Keine Angaben zu einzelnen Verdächtigen

Zwei durchsuchte Wohnanschriften befinden sich in Dortmund. Insgesamt wurden an allen Orten zusammen 440 Datenträger sichergestellt, „einzelne Beschuldigte haben sich bereits geständig eingelassen“, so die Ermittler. Darüber hinaus haben sich Anhaltspunkte zu weiteren Straftaten (Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz) ergeben.

Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert an. Die Staatsanwaltschaft betont: „Weitere Angaben zu Beschuldigten, Tatorten und zum Stand der Auswertung der jeweils sichergestellten Beweismittel werden derzeit mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht erteilt.“

In Dortmund ist die Zahl der bekannten Verfahren in diesem Feld im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 226-mal hat die Polizei in 2020 wegen „Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornografischer Schriften“ ermittelt. Im Vorjahr waren nur 53 Fälle verzeichnet – und das war schon der Höchstwert der vergangenen zehn Jahre.

Nichtstun würde die Statistik angenehmer machen

„Kinderpornografie ist ein reines Verfolgungsdelikt“, erklärt Walter Kemper, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Polizei Dortmund. Das bedeutet, dass die Taten nur auffallen, wenn die Behörde intensiv ermittelt: „Wenn wir da nichts machen würden, würden wir die Zahlen auf Null bekommen.“

Die Polizei hat nach eigener Aussage das Personal in diesem Bereich „deutlich ausgebaut“. „Hier das Dunkelfeld deutlich zu reduzieren bedeutet, dass wir für die Kinder hoffentlich sehr viel tun können“, so Polizeipräsident Gregor Lange. Betont wird die laut Polizei sehr hohe Aufklärungsquote von rund 95 Prozent dieser 226 Fälle.

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