Martin Langenkämper aus dem Kirchenvorstand von St. Suitbertus ärgert sich: "Es ist so respektlos den Ehrenamtlichen gegenüber." © Björn Althoff
Dortmunder Unionviertel

Kirche am Westpark: „Leute schmeißen den Dreck einfach über den Zaun“

Immer wieder Müll, Lärm, Schmierereien, zugeparkte Einfahrten – in einer katholischen Kirche am Westpark ist der Ärger groß. Dabei würde man gerne alles offener lassen als bisher.

Wir haben vor ein paar Jahren alles eingezäunt“, sagt Martin Langenkämper. Er gehört zum Kirchenvorstand von St. Suitbertus, ist zudem Organist in der katholische Gemeinde. Die hat ihre Gebäude zwischen Westpark und Rheinischer Straße im Unionviertel. Und da wäre man auch schon beim Knackpunkt.

„Viele Leute nutzen den Kirchplatz“, erklärt Langenkämper. Und das sei doch auch schön. Erst recht, wenn alles im Frühjahr in Blüte stehe. Aber auch jetzt im nasskalten Dezember, wo doch die beiden Hausmeister und eine Handvoll Ehrenamtliche das Laub weggemacht hätten.

Fußweg über das Gelände der Kirchengemeinde ist offen

Ein Großteil des Kirchengeländes ist zwar abgezäunt. Der Weg von der Langen Straße zur Annenstraße ist aber noch offen. Zwischen Gemeindehaus und Kirchenschiff kann man sitzen. Dort sprudelt auch ein Brunnen, der bis Anfang der 80er-Jahre noch das Taufbecken im Inneren war.

„Es ist ein riesiges Problem“, ärgert sich Langenkämper, „die Leute kommen und schmeißen ihren Dreck einfach über den Zaun.“ Müll, Matratzen, Kleines wie Großes, gerne hätte Langenkämper „ein paar Beispiele liegengelassen, um das mal zu zeigen“. Aber klar, das gehe nicht: Die Hausmeister hätten ja den Auftrag, alles wieder schnell wegzuräumen.

Schranke umgeknickt, kein Respekt vor Ehrenamtlichen

Vorne an der Langen Straße: die Schranke, die die Zufahrt zum Kirchplatz verhindert. Vor zwei, drei Jahren sei sie nach Christi Himmelfahrt einfach mit roher Gewalt umgeknickt worden.

An den Garagen war nach einer warmen Sommernacht einmal etwas zu finden, das in der Toilette landen sollte. Und gemeint ist nichts Flüssiges.

Langenkämper kann viele dieser Geschichten erzählen. „Es ist so respektlos den Ehrenamtlichen gegenüber, die hier die Arbeit damit haben“, unterstreicht er.

Man wolle sich doch nicht abriegeln und alles einzäunen, garantiert nicht. Wenn sich jemand abends auf den Kirchplatz setze – kein Problem. Aber dass sich hier jemand hinsetze „mit lauter Musik und ein Lagerfeuer anmacht…“

„Was meinen Sie, wie‘s am nächsten Morgen hier aussah?“

Als letztens Jugendliche vor dem Pfarrheim gesessen hätten, habe der Hausmeister ihnen klarzumachen versucht: „Passt auf, ihr könnt hier sitzen und quatschen, euch unterhalten bis in die Nacht, alles Jacke wie Hose. Nur nehmt euren Müll mit.“

Nach kurzer Pause schiebt Langenkämper eine Frage hinterher: „Was meinen Sie, wie’s am nächsten Morgen hier aussah?“

Gerne würde die Gemeinde den Parkplatz an der Ecke Adlerstraße/Annenstraße wieder öffnen. Doch man hat schlechte Erfahrungen gemacht.
Gerne würde die Gemeinde den Parkplatz an der Ecke Adlerstraße/Annenstraße wieder öffnen. Doch man hat schlechte Erfahrungen gemacht. © Björn Althoff © Björn Althoff

Als der Parkplatz offen war: Reifen- und Ölwechsel

Doch mehr noch als Müll, Scherben und Lärm ärgert ihn das mit dem Parkplatz auf der anderen Seite der Kirche, also zur Adlerstraße hin. Tatsächlich habe man eine Zeit lang versucht, den offenzuhalten, „weil wir wissen, dass wir hier eine ziemliche Parkplatznot haben“.

Dann seien die Leute aber „so unverschämt, wechseln hier ihre Reifen, machen Ölwechsel hier auf dem Parkplatz. Die Steine sind dann versaut.“ Und der Hinweis, man könne immer hier parken außer sonntags zu den Gottesdienstzeiten, sei konsequent ignoriert worden.

Einfahrt zugeparkt: 90 Euro Kosten für die Gemeinde

„Dann ist irgendwann der Punkt erreicht, dass wir uns fragen: Leute, warum machen wir das eigentlich?“ Nun ist der Parkplatz nur zum Gottesdienst offen. Auch wenn ihm das „in der Seele wehtut“ – er sehe die Leute ja herumkurven.

Nun sei die Einfahrt oft zugeparkt. Ein großer Container konnte deshalb nicht abgeholt werden. 90 Euro Zusatzkosten für die Gemeinde, bedeute das: „Für uns als kleine Gemeinde ist das schon eine Summe.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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