Kirche kleiner, ärmer und älter, aber nah am Menschen

13.09.2007, 18:58 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit einem kleinen Geschenk haben die Enkelkinder Hartmut Anders-Hoepgen schon unmissverständlich klar gemacht, was sie in Zukunft von ihm erwarten: "Diesen Terminkalender habe ich bekommen", lacht der 63-Jährige und hält ein Heftchen hoch, das gerade einmal die Größe eines Passbildes hat.

Am nächsten Mittwoch (19. 9.) wird der langjährige Vorstandschef der Vereinigten Kirchenkreise um 18 Uhr in einem Gottesdienst in der Reinoldikirche verabschiedet - gleichzeitig wird sein Nachfolger, Superintendent Jürgen Lembke (57) in sein Amt eingeführt.

Viel vorgenommen hat sich Anders-Hoepgen, der 13 Jahre an der Spitze der evangelischen Kirche von Dortmund und Lünen stand, für seinen Ruhestand nicht. "Ich will das Tempo verlangsamen", sagte er gestern, "und künftig nicht mehr schon wider meine Natur um 6 Uhr morgens aufstehen". Im kommenden Jahr will der Pfarrer aber seinen Plan umsetzen, den Jakobsweg zu gehen. Der scheidende VKK-Chef hat sich stets für soziale Gerechtigkeit eingesetzt - eine besondere Herausforderung vor allem in den vergangenen Jahren, als angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen bei den Kirchenkreisen Personal abgebaut werden musste.

Lembke, seit 1977 Pfarrer und seit 1999 Superintendent in Lünen, weiß, dass viele Anforderungen auf ihn zukommen. "Eine neue Runde auf der Achterbahn - mit Höhen und Tiefen, Beschleunigungen und Bremsen", sagte der 57-Jährige. Er geht davon aus, dass die evangelische Kirche "kleiner, älter und ärmer" wird. Dabei wolle er aber die "Nähe zu den Menschen" wahren und deutlich machen, "wofür Evangelische Kirche in Dortmund und Lünen steht".

So sollen die Gemeindeglieder stärker an die Kirche gebunden werden. Der neoliberalen Globalisierung will Lembke christliches Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung gegenüberstellen. weg

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Fußball-Europameisterschaft
8 kuriose EM-Fanartikel - hier gibt es die Ausstattung für den Fußballsommer in Dortmund