Kita-Kinder und Grundschüler lernen zusammen im Haus des Lernens

mlzFriedensgrundschule in Marten

Die Friedensgrundschule und die Kindertageseinrichtungen in Marten haben sich verbündet. Die Kinder sollen gemeinsam lernen. In der ersten Projekt-Woche ging es ums Huhn.

Marten

, 14.04.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Melissa (9) wusste bislang nicht viel über Hühner. Doch das hat sich in dieser Woche geändert. „Hühner können fliegen, obwohl sie so dick sind. Aber nicht weit.“ Melissa war in dieser Woche im „Haus des Lernens“.

Das Haus des Lernens ist natürlich kein Haus, sondern ein Projekt, das in der Friedensgrundschule seinen Anker gefunden hat. In der Martener Grundschule hat Schulleiterin Ulrike Dreps bereits vor Jahren das Jahrgangsübergreifende Lernen eingeführt, in jeder Klasse lernen junge und ältere Kinder zusammen. In den Projektwochen kommen jetzt Kindergartenkinder dazu.

Haus des Lernens

Die Idee hat Ulrike Dreps seit 2011 entwickelt. Damals sollte eine Kindertagesstätte auf dem Gelände der Grundschule entstehen. Der Plan scheiterte aber am mangelnden Platz. Die Schulleiterin fand die Idee der Nähe zu einem Kindergarten aber reizvoll. Sie knüpfte Kontakt zu den Martener Kitas, gemeinsam entstand das Konzept „Haus des Lernens“.

Kita-Kinder und Grundschüler lernen zusammen im Haus des Lernens

Der Elias-Kindergarten in Marten begleitete die Themen-Woche Huhn mit einem geliehenen, mobilen Hühnerstall mit zwei Hennen. © Foto: Holger Bergmann

In dieser Woche wurde die Idee erstmals mit Leben gefüllt. So kurz vor den Osterferien standen Eier und Hühner im Mittelpunkt des Unterrichts.

Gemeinsames Lernen

Die Kinder lernen dabei zusammen, aber auf unterschiedlichem Niveau. Beispiel Körperbau: Die Kleinen legten die Körperteile eines Huhn anhand von Bildern zusammen. Die Schulanfänger gaben den Körperteilen Namen und schrieben die Worte auf. Die Großen nannten in ganzen Sätzen die Aufgaben der Körperteile auf. „Ich wusste nicht, dass ein Hahn einen Kamm hat“, verriet Melissa.

Ulrike Dreps ist begeistert von dem Mehrwert der Aktion für die Kinder. „Die gemeinsame Arbeit fördert die Sprachentwicklung und die gegenseitige Rücksichtnahme“, so die Pädagogin. Sie hat bemerkt: „Die Pausen waren noch nie so friedlich. Weil die Großen auf die Kleinen Rücksicht nehmen.“

Im Stadtteil zusammenhalten

Außerdem sieht Ulrike Dreps einen weiteren Vorteil in der Zusammenarbeit der Einrichtungen für Kinder: „In unserem gebeutelten Quartier ist es wichtig, dass wir zusammenhalten.“

Und die Kleinen genießen die Schulbesuche. „Das ist ein Riesen-Abenteuer für sie“, sagt Ulrike Dreps. Am Ende des gemeinsamen Unterrichts waren die Besucher aus den Kindergärten teilweise komplett erschöpft, weil es soviel Neues zu verarbeiten gab.

Rührei zum Abschluss

Und für Melissa gab es noch eine Überraschung: „Gekochte Eier drehen sich viel schneller als rohe Eier.“ Apropos Eier: Die wurden nicht verschwendet. Das erste Projekt im Haus des Lernens - es soll zwei bis drei Aktionswochen pro Jahr geben - endete mit einem gemeinsame Rührei- und Spiegelei-Essen.

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