Kitas vor dem nächsten Schritt: Es wird nicht für alle passen

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Schritt für Schritt zurück in gewohnte Abläufe: Ab Donnerstag (28.5.) dürfen Vorschulkinder wieder in die Kitas, bald sollen alle weiteren folgen. Das sorgt für eine sonderbare Stimmung.

Dortmund

, 27.05.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dortmunder Kindertagesstätten bereiten sich darauf vor, dass wieder die volle Zahl an Kinder in den Einrichtungen ist.

Ab Donnerstag (28.5.) kehren die Kinder wieder in die Gruppen zurück, die im Sommer auf die Grundschule wechseln. Ab dem 8. Juni haben dann alle Kinder laut dem NRW-Familienministerium wieder das Anrecht auf die Betreuung in der Kita.

Mindestens zehn Betreuungsstunden weniger pro Woche

Was nach Normalität klingt, ist in der Realität für Eltern und Kita-Leitungen ein kompliziertes Geflecht. Angekündigt ist vom Familienministerium ein „eingeschränkter Regelbetrieb“ mit zehn Betreuungsstunden weniger für Eltern als eigentlich geplant.

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Mindestens zehn Stunden weniger: Denn je nachdem, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Kita zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus zählen, kann sich die Stundenzahl noch weiter verringern.

Jugenddezernentin erwartet „großen Flickenteppich“

Dortmunds Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger sagte im Gespräch mit dieser Redaktion zuletzt: „Ich erwarte einen großen Flickenteppich, weil große Träger eher in der Lage sind, Personal zu bewegen als kleine.“ Die erste Rückmeldung von verschiedenen Trägern der Kita-Betreuung in Dortmund bestätigt diese Erwartung.

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Denn die Planung ist nicht einfach. Alle Träger warten aktuell auf eine Fachempfehlung aus dem Ministerium, damit sie wissen, welche Hygieneempfehlungen genau gelten.

Kita-Leiter gehen von Einschränkungen aus

Die Träger prüfen außerdem gerade, wie viel Personal einsetzbar ist. „Es sind definitiv weniger, aber es hält sich im Rahmen“, sagt Petra Bock, Betriebsleiterin für die Kitas bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo). In kleineren Einrichtungen werde dies deutlicher spürbar werden als in solchen mit mehreren Gruppen.

„Es wird auf jeden Fall Einschränkungen geben“, sagt Petra Bock. „Ich hoffe, dass es reicht, damit Eltern ihre Berufstätigkeit weiter verfolgen können.“ Die Kita-Betriebsleiterin der Awo geht davon aus, dass bisherige Regelungen wie strikt nicht-durchmischte Gruppen, Betretungsverbot für Eltern oder feste Abholzeiten weiterhin beibehalten werden.

Offen ist, ob ein rollierendes System wie in den Schulen auch in Kitas umgesetzt werden kann.

Eltern berichten von unterschiedlichem Umgang mit dem Problem

Wer sich in diesen Tagen mit Dortmunder Eltern über das Thema Kitas unterhält, der hört viele unterschiedliche Geschichten. Da sind die Eltern, deren Kinder schon länger in der Notbetreuung ist, die sich in vielen Kitas gut eingespielt hat.

Da sind diejenigen, die jetzt den Anspruch auf eine Kita-Betreuung haben und das aus Job- und Nerven-Gründen auch unbedingt benötigen. Für die es aber trotzdem nicht weitergeht. Sie berichten von Elterninitiativen, die sich nicht in der Lage sehen, den Betrieb wieder aufzunehmen, weil zu viel Personal fehlt. Oder von Kita-Leitungen, die schon angekündigt haben, dass sie den Kindern keine Lernangebote werden machen können.

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Viele Eltern sind weiterhin sehr vorsichtig und lassen ihre Kinder freiwillig zuhause. Anderen kann es gar nicht schnell genug gehen. Immer mehr Eltern fordern mit Nachdruck die Öffnung von Kitas und Schulen für alle.

Die Gewerkschaft Verdi mahnt derweil flächendeckende Corona-Tests für das pädagogische und hauswirtschaftliche Personal in den Kitas des städtischen Trägers Fabido an.

Für die evangelischen Kindertagesstätten in Dortmund sagt Fachbereichsleiter Jochen Schade-Homann, dass man den nächsten Lockerungsschritt ab Donnerstag gut bewältigen können werde.

Deutliche Schwierigkeiten erwartet Schade-Homann aber ab dem 8. Juni, weil man dann direkt wieder „auf Volllast fahre“ und längst nicht alle Einzelheiten geklärt sind. „An diesem Tag werden die Karten neu gemischt“, sagt Schade-Homann.

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