Noch genügend Stifte da: Viele Dortmunder Eltern lassen ihre Kinder im Corona-Lockdown zuhause. © picture alliance / Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Corona

Kitas: Zahl der Kinder in der Notbetreuung steigt sprunghaft an

Wie voll sind die Kitas in Dortmund? Zu Beginn dieser Woche hat es eine sprunghafte Veränderung gegeben. Von einem großen Kita-Träger heißt es: Kein Wunder bei diesen Aussagen der Politik.

Alle Kinder sollen zuhause bleiben, wenn es irgendwie geht. Das ist der dringende Appell der Politik an die Eltern. Während des Lockdowns bis Ende Januar möge man die Kleinen zuhause betreuen.

Die Realität in Dortmund aber: Am Montag waren deutlich mehr Mädchen und Jungen in den Kindergärten als noch bis Freitag vergangener Woche. Das gilt für die Kitas des städtischen Trägers Fabido, aber auch für die der Evangelischen Kirche.

Große Unterschiede zwischen den Stadtteilen

Mehr als 7000 Kinder besuchen normalerweise Fabido-Einrichtungen. Am Montag, 4. Januar, seien es nur rund 1500 gewesen, so Stadtsprecherin Katrin Pinetzki auf Anfrage. Jetzt hingegen sei die Zahl auf knapp 2000 gestiegen. Was bedeutet: Am ersten Öffnungstag 2021 waren rund 20 Prozent der Kinder in den Kitas, am 11. Januar nun gut ein Viertel.

Die Zahlen seien alles andere als einheitlich, erklärt Jochen Schade-Homann, der beim Evangelischen Kirchenkreis für die Kitas zuständig ist. Das Ergebnis seiner Abfrage am Montag: In manchen Kindergärten seien nur 15 Prozent dagewesen, in anderen aber 50, 60 oder fast 70 Prozent.

In gewisser Weise erkennt Schade-Homann ein räumliches Muster: In der Nordstadt seien offenbar mehr Kinder zuhause als zum Beispiel in der westlichen Innenstadt. Mitunter liege das auch an dem, was vor Weihnachten passiert sei.

In einer Einrichtung habe man „eine hohe Anzahl an häuslicher Quarantäne gehabt“. Mit dieser Erfahrung sei man dort offenbar deutlich vorsichtiger als anderswo.

Wann und wo gibt es den „Pandemie-Krankenschein“?

Warum anderswo so viele Eltern ihre Kinder schicken würden? Das liege am „Pandemie-Krankenschein“, wie er ihn nenne, so Schade-Homann. Beziehungsweise daran, dass es den eben noch nicht geben würde.

Eltern haben normalerweise Anspruch auf 20 Kinderkrankentage – 10 pro Elternteil. Diese Summe soll es Corona-bedingt für Januar 2021 zusätzlich geben. Das Prozedere ist aber weiter unklar. Normalerweise bescheinigt ein Kinderarzt, dass das Kind krank ist und Betreuung braucht. Diese gelben Scheine reichen Eltern dann bei Arbeitgeber und Krankenkasse ein. Die Krankenkasse zahlt 67 Prozent des Gehalts.

Kassenärztliche Vereinigung: Warten auf das Gesetz

Wie das aber im Januar 2021 klappen soll, ist weiter unklar. „Wenn das Kind nicht krank ist, kann ich auch keinen Krankenschein ausstellen“, sagt ein Kinderarzt. Auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen/Lippe zuckt man mit den Schultern. Man warte auf die Gesetze und Regelungen dazu vom Bund und vom Land.

„Wir haben eine große Unsicherheit und das muss dringend politisch angegangen werden“, findet Jochen Schade-Homann. 80 Prozent aller Anfragen in den Einrichtungen seien: Wie geht das jetzt mit diesem Corona-Schein für Eltern?

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Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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