Kleines Nachtgespenst im Kindertheater

DORTMUND "Das kleine Nachtgespenst", ein Theaterstück für Kinder ab vier Jahren, hatte am Kinder- und Jugendtheater Sckellstraße (KJT) Premiere. Gar nicht gespenstisch, sondern ein humorvolles Stück über Angst und ihre Überwindung.

von Von Katrin Pinetzki

, 09.09.2007, 13:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Frau Schmidz (Bettina Zobel) bekommt Besuch vom kleinen Nachtgespenst (Anna Schmidt).

Frau Schmidz (Bettina Zobel) bekommt Besuch vom kleinen Nachtgespenst (Anna Schmidt).

„Es war einmal eine Frau. Frau Schmidt“, sagt eine Stimme. Dann klappt eine Schranktür auf, und Frau Schmidt rollt heraus. Die Kinder im Publikum lachen. Einen guten Start hatte „Das kleine Nachtgespenst“, das am Freitag im Kinder- und Jugendtheater (KJT) an der Sckellstraße Premiere feierte. Mit dem nur 30 Minuten langen Stück für ab 4-Jährige geht das KJT erstmals auf Tournee durch Kindergärten. Das kleine Nachtgespenst ist zunächst nur eine winzige Handpuppe, die sich in die Träume der Frau Schmidt einschleicht. Doch dann wird Frau Schmidt wach, und das kleine Gespenst verwandelt sich aus Versehen in einen Menschen. Anna Schmidt spielt dieses ebenso kindlich-neugierige wie schreckhafte Wesen in einem elastisch-weißen Ganzkörper-Overall, was ihr erlaubt, ihre Gestalt fast beliebig zu verändern. Das kleine Gespenst entdeckt die Welt, überwindet langsam seine Angst und geht Frau Schmidt (Bettina Zobel) gehörig auf die Nerven: Im Kaufhaus will es auch Schuhe haben, das Essen schmeckt ihm nicht, und wenn Frau Schmidt auf dem Cello übt, kann es einfach nicht still sein: „Das ist so schön! Wahnsinn“, quiekt es. Am Ende versöhnen sich die beiden: Das Gespenst frisst das Lampenfieber der Frau Schmidt einfach auf, als diese fast ein Cello-Konzert vergeigt. In der Nacht schlüpft es durch Frau Schmidts Traum wieder zurück. Die Handlung besteht nicht nur aus Dialogen, sondern auch aus einordnenden Erzähl-Sätzen, wie die Kinder sie aus Vorlese-Geschichten kennen. Mit einfachen, phantasievollen Mitteln schafft Regisseurin Antje Siebers ein gar nicht gespenstisches, sondern lustiges Theatererlebnis zum Thema Angst und ihre Überwindung. Das kleine Publikum verfolgte das Geschehen gebannt – und das ist beste Qualitätsurteil. 

Lesen Sie jetzt